Friedensnobelpreis für Anti-Nuklearwaffen-Bewegung: "Atomare Abrüstung ist Präventivmedizin"

Friedensnobelpreis für Anti-Nuklearwaffen-Bewegung: "Atomare Abrüstung ist Präventivmedizin"
Vorbereitungen auf die Nachrichtenkonferenz zur Preisvergabe an "International Campaign to Abolish Nuclear Weapons" (ICAN) Genf, Schweiz, 6. Oktober 2017
Dr. McCoy, ein malaysischer Arzt, rief vor zehn Jahren eine Internationale Kampagne zur Beseitigung von Nuklearwaffen ins Leben, die im Oktober mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Außerdem half er in über 40 Jahren mehr als 20.000 Babies auf die Welt. Für ihn ist sein Einsatz gegen Atomwaffen eine Gewissensfrage.

Als Medizinstudent bewegten ihn die Berichte der Überlebenden Hiroshimas und inspirierten ihn dazu, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen. Dr. McCoy

Viele Menschen verstehen nicht, was die Konsequenz von Atomkriegen sind. Es gibt das Gefühl, dass egal was man dagegen tut, Atomwaffen werden nicht unschädlich gemacht. Aber wenn es ein von Menschen gemachtes Problem gibt, gibt es auch auch eine von Menschen gemachte Lösung. 

Seine Initiative "International Campaign to Abolish Nuclear Weapons" (Ican) entstand aus dem Willen etwas zu tun und dem Versagen der internationalen Gemeinschaft, Atomwaffen abzuschaffen. Am 6. Oktober wurde Ican mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Bisher haben 122 Länder den Willen zur kompletten Abschaffung von Atomwaffen offiziell bekundet.

Anwohner Takikawas auf Hokkaido üben die Reaktion auf nordkoreanische Raketenangriffe, Japan, 1. September 2017.

Für einen Arzt, der Menschen half, auf die Welt zu kommen, ist die Idee einer Welt mit Nuklearwaffen untragbar: 

Dieses Baby lebt nun in einer Welt voll von Nuklearwaffen und der Bedrohung eines Nuklearkriegs. Für mich besteht die Verantwortung etwas dagegen zu tun. Als Ärzte in einem Nuklearkrieg ist man hilflos... Atomare Abrüstung ist eine Art Präventivmedizin. 

Der berühmte Schatten von Hiroshima macht die Zerstörungsgewalt von Atomwaffen deutlich: 

Neun Länder besitzen zusammen 15.000 Atomwaffen, darunter Russland und die USA. Viele der Waffen sind weitaus stärker als diejenigen, die über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Ein einziger moderner Nuklearwaffensprengkopf über einer Stadt abgeworfen, hätte heute den Tod von Millionen von Menschen zur Folge. Im Rahmen des NATO-Nuklearwaffenabkommens teilen sich fünf europäische Länder die Aufbewahrung amerikanischer Nuklearwaffen, darunter auch Deutschland.

Überreicht werden die Nobelpreise am 10. Dezember in Oslo.