Russischer Senator: USA erkennen Wahlen nur als demokratisch an, wenn prowestlicher Kandidat gewinnt

Russischer Senator: USA erkennen Wahlen nur als demokratisch an, wenn prowestlicher Kandidat gewinnt
Konstantin Kosachew, der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses des russischen Parlaments.
Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses des russischen Parlaments, Konstantin Kosachew, erwartet, dass die USA versuchen werden, Einfluss auf die russischen Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr nehmen zu können.

"Die Vereinigten Staaten erkennen Wahlen nur dann als fair und demokratisch an, wenn sie von prowestlichen Kandidaten gewonnen werden. […] Bei jedem anderen Ausgang sind Wahlverfahren und Wahlergebnisse für sie ein Gräuel", schrieb Senator Konstantin Kosachew am Freitag auf seiner Facebook-Seite und fügte hinzu:

"Der zunehmenden Demagogie über die angebliche Einmischung Russlands [in die US-Wahlen] nach zu urteilen, haben sie bereits vor den russischen Präsidentschaftswahlen ihren' Artillerieangriff' begonnen. Es ist wahrscheinlich, dass der Druck dort beispiellos groß sein wird."

Der Senator gab das Kommentar als Erwiderung auf die Erklärung von Nikki Haley, der US-Gesandten bei den Vereinten Nationen, ab, in der sie die russische Regierung beschuldigte, sich in die Politik der USA sowie in die Politik in der ganzen Welt einzumischen.

"Wenn ein Land kommen und sich in die Wahlen eines anderen Landes einmischen kann, ist das Kriegsführung", sagte Haley.

"Die russische Regierung hat ein Projekt geschaffen, um US-Amerikaner gegeneinander auszuspielen", erklärte sie weiter.

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Bei seiner Antwort auf Haleys Anschuldigungen erklärte Kosachew, dass er sich verwirrt fühle, dass solche Aussagen von einem offiziellen Vertreter einer Nation gemacht wurden, die die stärkste Wirtschaft und das mächtigste Militär der Welt hat. Er unterstrich, dass die USA zwischen den Jahren 1946 und 2000 sich nach eigenen Angaben 81 Mal in die Wahlprozesse anderer Nationen eingriffen.

"Bei dieser Zahl werden ihre besonderen Operationen und Militärputsche nicht mitgezählt, die in solchen Ländern wie dem Iran, Kongo, Chile und Guatemala stattgefunden haben, in denen Kandidaten gewählt wurden, mit denen sich die Vereinigten Staaten nicht zufrieden gaben. […] Mehr noch: Wie der arabische Frühling und die prowestlichen Revolutionen in postsowjetischen Staaten gezeigt haben, ist die Einmischung in die politischen Prozesse anderer Nationen das wichtigste Instrument, mit dem die USA ihren internationalen Einfluss aufrechterhalten", schrieb der Senator und fügte hinzu:

"Dem folgten militärische Experimente, wie die Irak-Kampagne mit Colin Powells berüchtigten Ampulle als Entschuldigung, die eindeutig erfolglos blieben."

Im Juni letzten Jahres warf der russische Präsident Wladimir Putin den USA wiederholte und aggressive Einmischung in die russische Politik durch diplomatisches Personal der USA und NGOs vor.

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"[Es geschah] in den Jahren 2000 und 2012, es passierte immer. Aber besonders aggressiv war es im Jahr 2012", sagte Putin in einem Interview mit dem US-amerikanischen Filmemacher Oliver Stone.

Putin nutzte das Beispiel der US-Diplomaten, die sich tatsächlich für die russische Opposition eingesetzt hatten.

"Sie versammelten Oppositionskräfte und finanzierten sie und gingen zu Kundgebungen der Opposition", merkte er an und fügte hinzu, dass er dieses Problem gegenüber Mitgliedern der früheren Regierung, einschließlich des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und des ehemaligen Außenministers John Kerry, zur Sprache gebracht hatte.