Neue Art von Vogelgrippevirus aus China könnte Pandemie hervorrufen

Neue Art von Vogelgrippevirus aus China könnte Pandemie hervorrufen
Notfallübung zum H7N9-Virus in Hebi, Henan-Provinz, China 17. Juni 2017
Seit dem Jahr 2013 zirkuliert das H7N9-Virus in China. Im Jahr 2016 teilte sich dieses in zwei Stämme, die mit existierenden Impfstoffen nicht mehr behandelbar sind. Neue Laborexperimente zeigen eine hohe Ansteckungsgefahr und einen schweren Krankheitsverlauf auf.

Seit dem Jahr 2013 erkrankten in China 1.562 Menschen an der Vogelgrippe, 612 starben daran. Hervorgerufen wird "H7N9" durch ein Influenza-A-Virus bei Vögeln und insbesondere bei Hühnervögeln. Im Jahr 2013 trat zum ersten Mal eine reassortierte Variante auf. Menschen, die sich mit dem H7N9-Virus infizieren, leiden an hohem Fieber, Husten, Kurzatmigkeit. Es kommt zu Lungenentzündung und einem möglichen Versagen der Organe. Einer der neu gebildeten Virenstämme zeigt eine höhere krankmachende Wirkung auf und führt mit größerer Sicherheit zum Tod infizierter Vögel, was die landwirtschaftlichen Märkte Chinas gefährden könnte. 

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Anfang Juli war die Vogelgrippe erstmals bei Geflügelhaltungen in Belgien und Frankreich und seit Mitte Juli auch in 13 Beständen in Norditalien aufgetreten. Im Sommer sagten einige Experten voraus, dass niedrigere Temperaturen und weniger Sonnenlicht die Vogelgrippe in Europa wieder zum Ausbruch gelangen lassen könnten. Unter diesen Bedingungen könne der Erreger länger in der Umwelt überleben.

Auch die Zugvogel-Aktivitäten nehmen im Herbst wieder zu, so dass der Erreger wieder schneller aus anderen Regionen nach Mitteleuropa getragen werden könnte. Am 9. Mai wurde ein Kleintierbestand mit Hühnern im Kreis Lippe (Nordrhein-Westfalen) positiv auf das Virus getestet.

Übertragungsweg über die Luft nicht ausgeschlossen

An Kleinstsäugetieren testeten amerikanische und japanische Forscher die Übertragbarkeit des Virus auf den Menschen. Yoshihiro Kawaoka von der Universität Wisconsin fand heraus, dass das Virus sich in Mäusen, Frettchen und nichtmenschlichen Primaten schnell vermehrt und ernsthafte Krankheiten hervorruft. Auch die Möglichkeit einer Übertragung über die Luft zwischen den Käfigen zeichnete sich in der Studie ab. 

Michael Osterholz, Experte für Infektionskrankheiten der Universität Minnesota: 

Diese Arbeit ist sehr beunruhigend im Hinblick auf die Folgen, die ein H7N9-Virus zukünftig in Bezug auf Infektionen beim Menschen auslösen kann.