Ernsthafte Bedrohung: US-Sicherheitschefin warnt vor Anschlag in 9/11-Maßstab durch IS und Al-Kaida

Ernsthafte Bedrohung: US-Sicherheitschefin warnt vor Anschlag in 9/11-Maßstab durch IS und Al-Kaida
Terroristen von IS und Al-Kaida planen, ein Flugzeug abstürzen zu lassen oder eine verheerende Explosion im Maßstab des 11. Septembers hervorzurufen, warnt Elaine Duke, die kommissarische Leiterin des Ministeriums für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten.

"Die Terrororganisationen, sei es der IS oder Al-Kaida oder auch andere, wollen eine große Explosion oder Katastrophe wie am 11. September. Sie wollen Flugzeuge herunterholen, so viel ist klar", zitierten britische Medien die geschäftsführende Ministerin des US-Heimatschutzes bei einem Besuch in Großbritannien.

Am 11. September 2001 hatten mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen Flugzeuge entführt und den tödlichsten Anschlag in der Geschichte verübt, bei dem fast 3.000 Menschen ums Leben kamen.

"Die Bedrohung ist immer noch ernst", sagte Duke am Mittwoch in London nach ihrem Treffen mit Großbritanniens Innenministerin Amber Rudd, bei dem Terrorinhalte im Internet besprochen wurden.

Nadelstiche als Pflicht, groß angelegte Anschläge als Kür

Die Terrorgruppen bedienen sich kleinerer Angriffe, damit ihre Mitglieder sowohl "engagiert" und sichtbar bleiben, als auch, um den Geldfluss sicherzustellen, so Duke.

Größere Attentate könnten aber auch auf kleinere Anschläge folgen und blieben das eigentliche Ziel, warnte sie.

Ihr Ziel ist es, Terror zu erzeugen. Ein bewaffneter Angriff mit Messern verursacht Terror und hält die Welt weiterhin verstört, aber das bedeutet nicht, dass sie einen großen Flugzeug-Anschlagsplan aufgegeben hätten", erklärte sie.

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Eine entschlossene Kontrolle des Internets ist notwendig, um zu verhindern, dass sich Propaganda der Terroristen online verbreitet, sagte Duke. Sie fügte hinzu, dass die Technologieunternehmen zwar bereits in diesen Fragen mit den Behörden kooperierten, dass aber noch viel zu tun bleibe.

Wir werden das weiterhin so weit wie möglich vorantreiben. Ich denke, dass wir die Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen haben und wir einfach daran arbeiten müssen", sagte sie.

Social-Media-Unternehmen, die in dieser Woche an einem Treffen der G7-Innenminister teilnehmen, um diese Frage zu diskutieren, sind "ein positives Zeichen", sagte sie.

Terror suchte 2017 bereits mehrfach Großbritannien heim

"Mit dem Charlottesville-Vorfall hat für uns ein Stück weit ein Wandel stattgefunden", sagte Elaine Duke und fügte hinzu, dass Technologieunternehmen unter "sozialem Druck" stehen. Sie müssten die Balance finden zwischen dem "Einhalten ihrer Benutzervereinbarungen und der Weitergabe dessen, was die Strafverfolgungsbehörden benötigen".

Das Vereinigte Königreich hat in diesem Jahr eine Welle an tödlichen Terroranschlägen erlebt, bei denen insgesamt 36 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Verantwortung für die Anschläge reklamierte der selbsternannte "Islamische Staat".

Bei einem Bombenanschlag in der Manchester Arena im Mai starben 23 Menschen und mehr als 100 weitere wurden verletzt, was die Attacke zum tödlichsten Anschlag ihrer Art in Großbritannien seit dem Jahr 2005 macht. Der jüngste Terroranschlag ereignete sich am 15. September in der U-Bahnstation Parsons Green, wo eine teilweise detonierte Bombe 30 Pendler verletzte.

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Nach der Serie islamistischer Angriffen rief die britische Premierministerin Theresa May "verbündete demokratische Regierungen" dazu auf, "den Cyberspace [zu] regulieren, um die Ausbreitung von Extremismus und die Planung von Terrorismus zu verhindern".

Einen Tag vor den Warnungen der US-Sicherheitschefin sagte Andrew Parker, Generaldirektor des britischen Geheimdienstes MI5, dass Großbritannien in beispielloser Weise von islamistischen Terroristen bedroht sei.