Ruhani: Iran wird trotz Trumps "Beleidigungen" am Atomdeal festhalten

Ruhani: Iran wird trotz Trumps "Beleidigungen" am Atomdeal festhalten
Der iranische Präsident Hassan Rouhani (hier während der 72. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York am 19. September 2017)
Der Iran will trotz der Kritik von US-Präsident Donald Trump am Atom-Abkommen mit der internationalen Gemeinschaft festhalten. Trotzdem er Trumps Rede als Beleidigung einstuft, bezeichnete Der iranische Präsident Hassan Ruhani das Atomabkommen als solide und kündigte an, solange die anderen Verhandlungspartner am Deal festhielten, werde der Iran dies auch tun.

Präsident Hassan Ruhani warf Trump in einer Fernsehansprache am Freitagabend "beleidigende Rhetorik" vor. "Das Abkommen ist solider als dieser Herr denkt", betonte er.

Solange die anderen Verhandlungspartner am Deal festhielten, werde der Iran dies auch tun. Ruhani nannte das Wiener Atomabkommen von 2015 einen internationalen Deal, den weder der amerikanische Präsident noch der US-Kongress kippen oder modifizieren können.

Trump hatte zuvor dem Iran die Bestätigung verweigert, dass das Land die Vereinbarungen aus dem Atom-Abkommens mit der Weltgemeinschaft einhält.

Ich werde diese Zertifizierung nicht vornehmen", sagte er in Washington.

Der US-Präsident forderte den US-Kongress auf, einen schärferen gesetzlichen Rahmen als bisher zu erlassen und kündigte weitere Sanktionen an. Obwohl er den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen ausdrücklich nicht ankündigte, schloss Trump ihn jedoch für einen späteren Zeitpunkt nicht aus.

Im Rahmen seiner Rede behauptete der US-Präsident, der Iran sei der größte staatliche Unterstützter von Terroristen in der Welt. Weiterhin finanziere Teheran kriminelle Machenschaften der Hisbollah im Libanon und sei an Verbrechen des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad beteiligt.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien versicherten in einer gemeinsamen Erklärung am Abend, sie wollten an dem Abkommen mit Iran festhalten. Die Internationale Atomenergiebehörde habe auf der Grundlage
ihrer langfristig angelegten Überprüfungs- und Überwachungsprogramme wiederholt bestätigt, dass der Iran
die Bestimmungen des Abkommens einhalte, betonten Angela Merkel, Emmanuel Macron und Theresa May.

Auch andere Mitglieder der internationalen Vermittlergruppe P5+1 (Russland, Großbritannien, China, USA, Frankreich und Deutschland) welche das Abkommen zum iranischen Nuklearprogramm im Jahr 2015 unterzeichnet hatten, meldeten sich zu Wort. Das russische Außenministerium teilte mit

Russland bleibt dem Aktionsplan treu, ist an seiner Erhaltung interessiert und wird seine aus dem Plan resultierenden Verpflichtung erfüllen. Wir rufen alle anderen Unterzeichner auf, ähnlich vorzugehen“, hieß es in Moskau.