Ecuadors Präsident Moreno im Exklusivgespräch mit RT: "Ich greife immer wieder auf den Humor zurück"

Ecuadors Präsident Moreno im Exklusivgespräch mit RT: "Ich greife immer wieder auf den Humor zurück"
Ecuadors Präsident Moreno im Exklusivgespräch mit RT: "Ich greife immer wieder auf den Humor zurück"
Nach seinem Debüt in der UN-Vollversammlung in New York hat Ecuadors Präsident Lenín Moreno dem Sender RT ein exklusives Interview gewährt. Dort sprach er über seine Haltung zu den Krisen um Nordkorea und Venezuela - aber auch über das bilaterale Verhältnis zu Russland.

In Bezug auf die akute Krise um das nordkoreanische Atomprogramm rief der neue Staatschef Ecuadors zum Dialog auf. Ihm zufolge sei die heutige kriegerische Rhetorik einfach unverantwortlich. Auch im Fall Venezuela seien Verhandlungen das beste Mittel, den Streit zwischen Regierung und Opposition beizulegen. Es dürfe keine Einmischung geben, denn jedes Land habe schließlich das Recht auf seinen eigenen Weg und auf die Selbstbestimmung.

Man solle lieber über allgemeine Aufgaben sprechen: über die Bedeutung der Demokratie, darüber, dass unnötige Todesfälle aus politischen Gründen vermieden werden sollen, darüber, dass es wichtig ist, dass es keine politischen Gefangenen gibt. Aber ganz allgemein, ohne mit dem Finger auf jemanden zu zeigen und zu stigmatisieren. Weil es möglich ist, dass man mit dem Finger letztendlich auf sich selbst zeigt", erklärte Lenín Moreno gegenüber RT.

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Was die bilateralen Beziehungen zu Russland betrifft, so sprach sich Ecuadors Präsident für deren Ausbau aus. Die Vorgängerregierung habe zwar eine erste Annäherung unternommen, aber nicht so intensiv, wie man sich das gewünscht hätte.

Ich betone noch einmal, dass wir uns sehr darum bemühen, die internationalen Beziehungen aufzufrischen und unsere Kontakte zu jenen Ländern auszubauen, mit denen wir Synergien finden. Russland und Ecuador ergänzen einander. Die meisten unserer Produkte werden in Russland selbst nicht hergestellt. Und wir brauchen unsererseits einen Transfer von Technologien, die Russland entwickelt hat", sagte der Politiker.

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Im Interview wurde auch der Fall Julian Assange angeschnitten. Lenín Moreno versicherte, dass Ecuador den WikiLeaks-Gründer beschützen werde, solange die Regierung sein Leben in Gefahr sähe.

Allerdings haben wir ihn auch dazu aufgerufen, sich weder über die Politik in Ecuador noch über die Politik in den befreundeten Staaten zu äußern. Wir sind der Meinung, dass seine Situation das nicht erlaubt. Er fährt dennoch fort, das zu tun, und wir erlauben ihm das in Anbetracht der Presse- und Meinungsfreiheit. Wir rufen ihn aber auf, dies nicht zu tun", erklärte der Präsident Ecuadors.

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Am Ende des Gesprächs erzählte Lenín Moreno, dass er sich im Leben und in der Politik von zwei Konzepten leiten lasse. Das seien Liebe und Humor.

Ohne Liebe würde die Welt nicht funktionieren und ohne Humor würde sie nur schlecht funktionieren. Darüber hinaus ist Humor eines der besten Mittel, um sich zu verständigen. Ein Lächeln ist bekanntlich die beste Art und Weise, um Menschen anzusprechen. Ein nicht aggressiver Witz ist der geeignetste Mechanismus, die Empathie einer anderen Person zu gewinnen, um zumindest minimale Einigungen zu erzielen", sagte der Politiker.

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