Sonnenexplosionen und Weltraumstürme als stille Gefahr für weltweite Kommunikationssysteme

Sonnenexplosionen und Weltraumstürme als stille Gefahr für weltweite Kommunikationssysteme
Eruptionen der Sonne führen zum Austritt von Plasma. Zum Glück ist die Erde vor den hohen Energiepartikel durch das Magnetfeld geschützt - deren Freisetzung könnte aber zu katastrophalen Weltraumstürmen führen, die unsere Kommunikationssysteme angreifen. 

Auch die kleinsten Partikel können einen großen Einfluss auf die Entwicklung dieser so genannten Stürme haben. Dies beschreibt das Phänomen der Helmholtz-Instabilität. Sie bedeutet eine verdichtete Strahlungszone, auch als "Van Allen Belt" bezeichnet, in der die Partikel der Solarstürme die Erde belagern. Zwar sind die geladenen Materialien nicht in der Lage, die Erdatmosphäre zu erreichen, sie können aber anderweitig Schaden anrichten. So können Kommunikationssysteme und auch Weltraummissionen gestört werden. Wie auf der Erde können die Stürme im All verheerende Auswirkungen haben. 

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Forscher der USA, Großbritanniens und Finnlands, welche sich mit der Kelvin-Helmholtz-Instabilität befassen, fanden heraus, dass das Phänomen in der Lage ist, Hitzeenergien 67.000 Kilometer über der Erdoberfläche hervorzurufen.

Katariina Nykyri, Hauptautorin einer neuen Studie des Zentrums für Raum- und atmosphärische Forschung in Floria, verglich die Verteilung des Plasmas über das Kelvin-Helmholtz-Phänomen mit dem "Schmetterlingseffekt" - so nennt man die Theorie, dass schon eine kleine Veränderung unter gegebenen Umständen zu großen Konsequenzen führen kann. Gegenüber RT sagte sie: 

Es ist eine schöne Analogie [...] wenn man von einem Plasma-Schmetterling im Übergangsgebiet zwischen Stoßwelle und Magnetopause ausgeht, welcher mit den Flügeln in der richtigen Sequenz und Schwingungsweite schlägt. Dann kann man größere Kelvin-Helmholtzwellen schlagen und größere Stürme verursachen. 

Als Teil der Studie analysierte das Forscherteam aus den USA, Großbritannien und Finnland über sieben Jahre gesammelte Daten zur Magnethülle und zu Veränderungen der Umlaufgeschwindigkeit. Das Wetter im All, so Nykyria, müsse überwacht werden, um kritische Infrastrukturen wie Satelliten zu schützen: 

Wenn man geladene Partikel hat, beschleunigt oder entschleunigt dies die Prozesse und produziert Strahlung - und diese Art von Strahlung ist extrem gefährlich für Astronauten, aber auch für die Instrumente und jede Form von Technologie an Bord eines Raumschiffes. 

Das Gesamtergebnis der Untersuchung kann über "Geophysical Research" eingesehen werden.