Erdogan kritisiert junge Türken, die im Westen studieren: "Freiwillige Spione des Westens"

Erdogan kritisiert junge Türken, die im Westen studieren: "Freiwillige Spione des Westens"
Nach der Grundschule besuchte Erdoğan eine İmam-Hatip-Schule. Dies sind in der Türkei religiös orientierte Fachgymnasien. Die Ausbildung schloss er mit einem Fachabitur für Imame ab. Anschließend studierte er an der İstanbul İktisadi ve Ticari İlimler Akademisi.
Eine Rede des türkischen Präsidenten in den USA sorgt für Aufregung. In der Rede in New York wirft er jungen Türken, die im Westen studieren, vor, als "freiwillige Spione" des Westens zurückzukehren. Dabei haben seine eigenen Kinder im Westen studiert.

Wie die britische Zeitung "The Telegraph" berichtet, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan während einer Rede in den USA, dass junge Türken, die im Westen studieren, als "freiwillige Spione" zurückkehren - dabei haben drei seiner eigenen Kinder in den USA studiert.

Der türkische Staatschef sagte bei einer Veranstaltung in New York:

Diejenigen, die zur Bildung in den Westen geschickt wurden, kamen nur mit der Kultur des Westens zurück und verloren ihre Identität. Diejenigen, auf deren Lösung das Land wartete, kamen als freiwillige Spione des Westens zurück.

Erdogan ist der Vater von vier erwachsenen Kindern, von denen drei über Abschlüsse US-amerikanischer Universitäten verfügen. Seine Tochter Esra und sein Sohn Bilal studierten beide an der Indiana University, während seine andere Tochter Sumeyye einen Master-Abschluss von der University's School of Public and Environmental Affairs hat. 

Schlägerei bei Treffen von Erdogan mit türkischer Gemeinde in New York [VIDEO]

Erdogan traf sich 2014 mit dem Präsidenten der Indiana University in Istanbul und die Universität sagte, dass sowohl der Präsident als auch seine Frau Emine den Campus der Universität in Bloomington, Indiana besucht hätten.

Die Töchter des Präsidenten tragen Kopftücher. Es gab in der Vergangenheit Spekulationen, dass sie sich weigerten, in der Türkei zu studieren, weil in vielen türkische Universitäten das Kopftuch bis 2010 verboten war.

Bilal hat auch sein Studium an der renommierten John F. Kennedy School of Government in Harvard mit einem Master in Public Policy abgeschlossen. Er arbeitete an einem PhD an der Johns Hopkins University, aber es ist nicht bekannt, ob er es abgeschlossen hat.

Auch viele der ältesten Kabinettsmitglieder des Präsidenten studierten im Westen. In seiner Rede beklagte Erdogan, dass seit Hunderten von Jahren junge Türken ins Ausland geschickt worden seien, um zu studieren, aber mit westlichen Ideen zurückkehrten.

Diejenigen, die auf ihre eigene Nation herabblicken, die ihre eigenen Werte verachten, seien Sie sich dessen sicher: Selbst unsere Feinde könnten keinen größeren Schaden anrichten, wie diese sogenannten Intellektuellen.

Die Äußerungen von Erdogan führten bei einigen Türken zu Unmut auf Twitter, da sie ihn der Heuchelei beschuldigen.