Schwedische Firma Saab will US-Luftstreitkräfte aufrüsten

Schwedische Firma Saab will US-Luftstreitkräfte aufrüsten
Die neue E Version des schwedischen JAS 39 Gripen Jagdflugzeugs bei einer Präsentation von SAAB in Linköping, Schweden, 18. Mai 2016.
Der schwedische Rüstungskonzern Saab will das amerikanische Militär mit einem neuen Schulungsflugzeug ausstatten. Produziert werden soll der T-X in den USA. Gemeinsam mit Boeing wurde der T-X entwickelt und hofft Ende 2017 auf den Zuspruch des US-Militärs. Für Saab ist der US-Markt die Zukunft.

Ende 2017 wird sich herausstellen, ob das US-Militär das Projekt des T-X für seine Zwecke auswählt. Dann würde Saab dem US-Militär 350 Schulungsflugzeuge verkaufen und damit die veralteten Maschinen vom Typ T-38 der amerikanischen Luftwaffe ersetzen. Ein Standort für die mögliche Produktion der T-X wurde noch nicht ausgewählt. Die Firma verkauft bisher in den USA Radarsysteme und Sensoren, Training und Simulation, 3D-Mapping, Systeme zur Regelung des Luftverkehrs und für den amerikanischen Heimatschutz. 

Die Organisation

Der CEO Saabs Håkan Bushke:

Die USA sind ein strategisch wichtiger Markt für Saab und der Plan ist daher, dorthin zu expandieren. Diese Form Herstellungskapazität in den USA zu etablieren, stellt für uns einen weiteren Schritt in Richtung unseres Ziels dar, unsere Präsenz in den USA in der Entwicklung, Produktion und dem Verkauf unserer Produkte auszuweiten.

Saab hat sich von Beginn an gegen den Versuch in der schwedischen Politik gestellt, die Exportkontrollen von Waffen- und Rüstungsgütern strenger zu regeln. Hierbei ging es vor allem um den Export an Länder, die Schweden nicht als Demokratien erachtet. Saab warnte, dass ein solches Reglement zum Produktionsabzug aus Schweden führen werde. Seit Beginn der Minoritätskoalition im Jahr 2014 arbeitet die Partei der Grünen und die Sozialdemokraten an einem solchen Gesetzesentwurf, der im Juni diesen Jahres eingereicht wurde und ab 2018 gelten soll. Im Jahr 2016 stieg der schwedische Waffenexport um 45 Prozent.

Es wurden hierdurch 1,21 Milliarden US-Dollar erzielt. Dabei gingen 88 Prozent der Verkäufe an Mitglieder der EU und westliche Länder. Aber seit dem Jahr 2012 steigt der Verkauf an Thailand, Katar, Pakistan, Saudi-Arabien, den Oman, Brunei, Indonesien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Håkan Bushke argumentiert auch, dass eine Gesetzesänderung zur Folge hätte, dass manche Produkte nicht mehr hergestellt werden könnten und die schwedischen Streitkräfte dann gezwungen seien, im Ausland einzukaufen. Für Saab ist der neue Standort USA ein Weg, zu befürchtende Verluste nach Realisierung des neuen Waffengesetzes zu umgehen.