FBI hörte Trumps Wahlkampfleiter Manafort über Monate ab - Wurde auch Trump überwacht?

FBI hörte Trumps Wahlkampfleiter Manafort über Monate ab - Wurde auch Trump überwacht?
Zwei Abhörkampagnen zielten auf den ehemaligen Wahlkampfleiter Trumps, Paul Manafort
Nach jüngsten Medienberichten wurde der ehemalige Leiter des Wahlkampfteams von Donald Trump, Paul Manafort, sowohl vor als auch nach der Wahl und sogar mindestens bis zu diesem Jahr abgehört. Die Überwachung betrifft damit auch den Zeitraum, in dem er direkte Gespräche mit dem Präsidenten Trump führte.

In der vermeintlichen „Russland-Affäre“ fahndeten US-Ermittler intensiver als bisher bekannt. Auch die Hinweise Donald Trumps, er sei selbst durch die US-Behörden abgehört worden, erhalten durch jüngste Berichte neue Aktualität.

Wie der TV-Sender CNN berichtete, wurde der frühere Leiter des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, per geheimer gerichtlicher Anordnung sowohl vor als auch lange nach dem Wahlkampf abgehört. Dem CNN-Bericht zufolge, welcher sich auf drei Quellen beruft, wurden Gespräche Manaforts sogar bis mindestens Anfang 2017 aufgezeichnet.

Die CNN-Mitarbeiter bezeichneten den Vorgang des Abhörens eines hochrangigen Abgeordneten als „außergewöhnlichen“ Schritt. Es blieb zunächst unklar, ob in dem Rahmen auch Gespräche zwischen Manafort und Trump mitgeschnitten wurden.

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Manafort war von Juni bis August 2016 Wahlkampfleiter Donald Trumps. Die US-Ermittler gingen dem Verdacht nach, Manafort habe eine Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf zugunsten Donald Trumps herbeigeführt. Verschiedene Medien berichteten, Manafort habe indirekt, im Auftrag des russischen Milliardärs Oleg Deripaska, den russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt. Dabei beriefen sie sich auf „Insider“ und vertrauliche Quellen. Der Verdacht der Ermittler erhärtete sich jedoch nicht, die Beweislage stellte sich als unzureichend dar.

Überwachungsanordnung erfolgte mehr als einmal

Dem Bericht des TV-Senders zufolge hatte das FBI Manafort bereits im Jahr 2014 ins Visier genommen. Dabei ging es um die Tätigkeit von in den USA ansässigen Beraterfirmen der damaligen Regierung in der Ukraine.

Auch die ukrainische Staatsanwaltschaft hatte sich direkt dafür eingesetzt, Manafort zu verhören. Er soll hohe Geldsummen aus dem Umfeld des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch erhalten haben. Sieben Mal in den vergangenen zwei Jahren sollen die ukrainischen Behörden die entsprechenden Stellen in den USA gebeten haben, Paul Manafort aufgrund des Korruptionsverdachts zu überprüfen.

Die ukrainische Behörde für Korruptionsbekämpfung verdächtigte Manafort, 12,7 Millionen US-Dollar aus der „schwarzen Kasse" der Partei der Regionen von Viktor Janukowitsch erhalten zu haben. Manafort soll nach Angaben der Nachrichtenagentur AP dazu beigetragen haben, 2,2 Millionen US-Dollar zugunsten der Regionen-Partei auf die Konten von Lobbyfirmen in Washington zu überweisen.

Einmischung der Ukraine in US-Wahlkampf?

Im Julihatte das Weiße Haus der Ukraine Einmischung in den US-Wahlkampf 2016 vorgeworfen. Demnach habe der Nationalausschuss der Demokratischen Partei in Zusammenarbeit mit der ukrainischen Botschaft kompromittierendes Material der politischen Rivalen hervorgebracht. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, bezeichnete diese „Zusammenarbeit“ als gut dokumentiert.

Nachdem die Überwachung im Jahr 2016 aus Mangel an Beweisen eingestellt worden war, erfolgte eine weitere richterliche Anordnung zur Überwachung von Manafort. Diesmal sollten die vermeintlichen Russland-Kontakte im Team Donald Trumps überprüft werden. Die Abhörmaßnahme sei bis mindestens Anfang 2017 fortgeführt worden, so der Bericht des CNN.

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Gleich mehrere Kongressausschüsse, sowie ein vom Justizministerium eingesetzter Sonderermittler beschäftigen sich mit der vermeintlichen Russland-Affäre. Ende Juli untersuchte das FBI den Wohnsitz Manaforts auf Anordnung des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller. Auch "ein Lager" Manaforts wurde durchsucht. Bisher ist jedoch nicht bekannt, was sie gefunden haben.

Manaforts Anwalt behauptete, sein Mandant habe den Ermittlern alle nötigen Informationen freiwillig zur Verfügung gestellt. 

Nach Angaben des CNN-Producers bleibt offen, ob das auch direkte Gespräche zwischen Manafort und Trump betrifft. Die wiederholten Hinweise des US-Präsidenten, er sei von US-Behörden überwacht worden, waren des Öfteren seitens der Behörden und Medien abgestritten oder teils gar verlacht worden, auch der CNN nahm diese nicht ernst.

Zwar läge damit nun kein Beweis vor, dass Trumps Leitung direkt im Visier der Ermittler stand, doch auch in den sozialen Medien wurde nun gefordert, dass der Sender CNN seine einseitigen Behauptungen korrigiere.

Auch gab es Anschuldigungen der Fake-News und die Forderung, dass CNN sich bei Trump entschuldigen sollte, nachdem seine Hinweise, er sei von Obama abgehört worden, als falsch dargestellt worden waren.