"Russland kann keinen militärischen Konflikt mit Nordkorea in Nähe seiner Grenzen zulassen"

"Russland kann keinen militärischen Konflikt mit Nordkorea in Nähe seiner Grenzen zulassen"
Moskau kann nicht zulassen, dass die USA Nordkorea zu einem militärischen Konflikt provozieren, da dies den Einsatz von Massenvernichtungswaffen an der russischen Grenze bedeuten könnte, so der Vorsitzende des Komitees für auswärtige Angelegenheiten des russischen Föderationsrates.

Die Vereinigten Staaten befinden sich in einer günstigeren Lage, weil ihr Territorium sich in einer beträchtlichen Entfernung [von Nordkorea] befindet und sie sich, entschuldigen Sie mich für die Verwendung dieses Ausdrucks, den Luxus von Experimenten leisten können. Und wir als ein Land, das eine gemeinsame Grenze mit Nordkorea hat, finden das gar nicht lustig. […] Wir können nicht zulassen, dass die Vereinigten Staaten oder irgendeine andere Nation solche Experimente mit Nordkorea durchführen", sagte der Senator Konstantin Kosachev der Tageszeitung Iswestija.

Vielen westlichen Beobachtern ist nicht bewusst, dass Russland eine gemeinsame Grenze mit Nordkorea hat: 

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Er stellte außerdem fest, dass die nordkoreanische Führung alles tun werde, um sich vor Bedrohungen von außen zu schützen. Aus diesem Grund würde die Arbeit am Nuklearprogramm nicht aufhören, während die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten das Szenario der ausländischen Intervention und des gewaltsamen Umsturzes in Pjöngjang in Betracht ziehen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte die USA, militärische Aggressionen werden den Konflikt mit Nordkorea nicht lösen. 

Bildquelle: Twitter

Die Entwicklung dieses Szenarios könnte zu sehr schlimmen Folgen führen, da die nordkoreanischen Behörden alle Möglichkeiten nutzen würden, die ihnen zur Verfügung stehe", warnte der Politiker.

Der Kommentar kam kurz nachdem US-Außenminister Rex Tillerson in einem Fernsehinterview sagte, dass Washington eine Militäroperation gegen Nordkorea nicht ausschließt, wenn die "friedliche Druckkampagne" gegen Pjöngjang keine Ergebnisse bringe.

Letzte Woche hat Nordkorea trotz neuer Wirtschaftssanktionen, die vom UN-Sicherheitsrat verhängt wurden, eine weitere ballistische Rakete über Japan hinweg geschossen und Anfang des Monats einen Atomtest durchgeführt.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte Anfang September, er habe nicht erwartet, dass Pjöngjang seine Raketen- und Atomprogramme unter dem Druck von Sanktionen und militärischen Drohungen stoppe, weil die Beispiele Irak und Libyen das Land davon überzeugt hätten, dass die nukleare Abschreckung der einzige glaubwürdige Weg sei, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten.

Die Militärhysterie unter solchen Bedingungen aufzustocken, ist sinnlos; es ist eine Sackgasse", erklärte Putin und fuhr fort: "Es könnte zu einer globalen, planetarischen Katastrophe und einem riesigen Verlust von Menschenleben führen. Es gibt keinen anderen Weg, die nordkoreanische Nuklearfrage zu lösen, als den des friedlichen Dialogs.