Kaspersky zu US-Vorwürfen: "Falsche Annahmen und fehlerhafte Schlussfolgerungen"

Kaspersky zu US-Vorwürfen: "Falsche Annahmen und fehlerhafte Schlussfolgerungen"
Die US-Homeland Security forderte alle Staatsbehörden dazu auf, wegen des "Sicherheitsrisikos" keine Software der russischen Firma Kaspersky Lab mehr zu nutzen. Kaspersky veröffentlichte nun eine Stellungnahme, in der das Unternehmen die Vorwürfe zurückweist.

Die US-amerikanische Heimatschutzbehörde hatte  Kaspersky Lab vorgeworfen, Verbindungen zum russischen Geheimdienst zu unterhalten. So hieß es in einem Statement der Behörde vom Mittwoch:

Das Risiko besteht, dass die russische Regierung sich alleine oder in Verbindung mit Kaspersky den Zugang, den Kaspersky-Produkte bieten, zunutze machen und staatliche oder andere Informationen, die die nationale Sicherheit direkt betreffen, kompromittieren.

Die Heimatschutzbehörde hat die russische Sicherheitsfirma nunmehr dazu aufgefordert, schriftlich zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, was auch umgehend am heutigen Donnerstag geschah.

Hier die Stellungnahme in voller Länge:

Im Hinblick darauf, dass Kaspersky Lab zu keinem Staat der Welt politische Verbindungen hat, sind wir von dieser Entscheidung des US-Ministeriums für innere Sicherheit höchst enttäuscht. Unsere Firma legt bestimmt alle notwendigen Informationen offen, um zu beweisen, dass diese Entscheidung völlig grundlos ist. In umgekehrter Richtung wurden keine Nachweise vorgelegt. Alle Vorwürfe basieren auf falschen Aussagen und fehlerhaften Schlussfolgerungen. Darunter sind auch Vorwürfe wegen gesetzlicher Regelungen in Russland, die angeblich das Unternehmen beeinflussen könnten, sowie Aussagen über politische Risiken.

Unsere Firma hat keine politischen Verbindungen und keine Affiliation zu jeglicher Regierung, auch nicht zur russischen Regierung. In den Vorwürfen wird auch die Tatsache ignoriert, dass Kaspersky Lab bereits über 20 Jahren im Bereich der IT-Sicherheit tätig ist und sich diese ganze Zeit lang an die höchsten Standards der Unternehmensführung sowie der Software-Entwicklung gehalten hat.

Was russische Gesetze angeht, werden diese in Bezug auf die Tätigkeit des Unternehmens falsch interpretiert. Die in der Direktive erwähnten Gesetze und Rechtsnormen regeln die Tätigkeit von Netzbetreibern sowie Internetanbietern. Die Tätigkeit von Kaspersky Lab wird nicht durch diese Gesetze oder andere Rechtsnormen im Rahmen des SORM-Systems [ein Komplex bezüglich der technischen Mittel zur Vollstreckung von Ermittlungsmaßnahmen] geregelt, weil das Unternehmen keine Kommunikationsdienstleistungen anbietet. Es ist auch wichtig zu betonen, dass alle Daten, die zu Kaspersky Lab von Kunden kommen, darunter auch der Datenverkehr, entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und Branchenstandards vollständig gesichert werden. Dabei werden Verschlüsselung, digitale Zertifikate u.a.m. genutzt.

Kaspersky Lab hat nie einer Regierung bei Cyberspionage-Versuchen oder aggressiven Handlungen im Cyberraum geholfen und wird dies auch künftig nicht tun. Wir sind enttäuscht, dass ein Privatunternehmen unter dem Druck der aktuellen geopolitischen Lage grundlos für schuldig erklärt werden kann. Unsere Firma will mit dem US-Ministerium für innere Sicherheit auch weiter zusammenarbeiten. Kaspersky Lab ist fest überzeugt: Die weiteren Ermittlungen werden beweisen, dass die erhobenen Anschuldigungen unbegründet sind.

Im Streit zwischen den USA und Russland hatte zuvor schon die Handelskette Best Buy entschieden, keine Kaspersky-Produkte mehr in ihren Läden anzubieten. Kunden können sich Produkte von Kaspersky außerdem im Geschäft vom Rechner entfernen lassen. Kritiker sehen in dem Vorgehen der USA einen Akt des Protektionismus.