Sigmar Gabriel exklusiv im RT Deutsch-Interview: Russland und Deutschland brauchen einander

Sigmar Gabriel exklusiv im RT Deutsch-Interview: Russland und Deutschland brauchen einander
Sigmar Gabriel in Jena am 8. September im Gespräch mit RT Deutsch
Am 8. September traf der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel in Jena mit "russischstämmigen" Deutschen zusammen, um mit ihnen über deren Perspektive auf das deutsch-russische Verhältnis zu diskutieren. RT-Deutsch-Redakteur Alexander Palucki sprach mit Gabriel über die Ukraine-Krise und die Europapolitik.

Der deutsche Außenminister kam im Laufe des Gesprächs mehrfach auf den bewaffneten Konflikt in der Ostukraine zu sprechen. Den russischen Vorschlag, UN-Friedenstruppen entlang der Frontlinie zu installieren, begrüßte er aufs Neue.

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Das Referendum auf der Krim im März 2014 kritisierte Gabriel hingegen erneut als verfassungswidrig. Es verstoße gegen die ukrainische Verfassung, so Gabriel. Auf die RT-Frage hin, ob der gewaltsame Putsch gegen den gewählten Präsidenten in Kiew im Februar 2014 nicht ebenfalls verfassungswidrig gewesen wäre, wies der deutsche Außenminister auf das "Selbstbestimmungsrecht der Bürger" hin. Diese hätten gegen das korrupte Regime protestiert.

Auch zur umstrittenen polnischen Initiative, Reparationszahlungen von Deutschland zu fordern, hat Sigmar Gabriel nach anfänglichem Zögern ausführlich Stellung genommen. Anschließend hielt er Plädoyer für ein vereintes Europa und riet davon ab, bei den Bundestagswahlen für euroskeptische Parteien zu stimmen. Deutschland könne nur in der EU wirtschaftlich stark bleiben, so Gabriel.

Zuletzt erklärte Sigmar Gabriel, welche Aufgaben er für Europa und Deutschland als politische Akteure sieht. Das gesamte Gespräch hindurch plädierte Sigmar Gabriel für die Notwendigkeit einer Annäherung an Russland, "trotz Meinungsverschiedenheiten". Die russische Politik zur Befriedung und zum Aufbau in Syrien sollte sogar Anstoß für eine Regulierung in der Ukraine-Krise sein.

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