US-Außenamt auf kritische Fragen zu diplomatischem Streit mit Russland: "Arbeiten Sie alle für RT?"

US-Außenamt auf kritische Fragen zu diplomatischem Streit mit Russland: "Arbeiten Sie alle für RT?"
Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, rang sichtlich mit den Worten, als Journalisten von AP und CNN kritische Fragen zu den Durchsuchungen durch US-Agenten im russischen Konsulatsgebäude in San Francisco stellten. Nauerts verwunderte Replik spricht für sich.

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag befragten vor allem der Journalist Matt Lee und dessen Kollegin Elise Labott von CNN Nauert wiederholt, unter anderem über die Art der Durchsuchung im ehemaligen Konsulatsgebäude.

"Ich weiß nicht, ob Ihr alle heute für RT arbeitet oder was", scherzte sie daraufhin gegenüber Lee, einem langjährigen Reporter für Associated Press.

"Ich kenne den regulären Prozess nicht, um diese Einrichtungen zu durchsuchen, aber ich werde es mir ansehen", fügte sie hinzu und bezog sich auf Lees Frage, ob es in der Vergangenheit irgendwelche Vorfälle in Russland oder anderswo gegeben habe, in denen ein US-Konsulatsgebäude von Strafverfolgungsbehörden durchsucht wurde.

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Nauert bestritt nicht, dass sich die Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten auf einem Tiefpunkt befinden, aber erklärte, dass die Durchsuchung, die von diplomatischen Sicherheitsagenten im Auftrag des Außenministeriums durchgeführt wurde, völlig rechtmäßig war:

Zuerst möchte ich sagen, dass russische Vertreter eingeladen wurden, uns zu begleiten, als wir am vergangenen Wochenende eine Tour durch diese Einrichtungen machten.

Anschließend fügte Nauert hinzu:

Sie haben sich dazu entschlossen, uns auf dem New Yorker Rundgang aus irgendeinem Grund nicht zu begleiten. Es ist sicherlich Teil unserer Befugnisgewalt, uns dort umsehen zu können.

Russland veröffentlicht Aufnahmen von der Durchsuchung

Nauert entschuldigte sich später dafür, das Wort "Tour" gebraucht zu haben, das eine weit weniger ernsthafte Unternehmung beschreibt als das, was tatsächlich stattgefunden hat. Sie behauptete, die vorherigen Durchsuchungen in San Francisco und Washington, D.C. seien unter russischer Aufsicht durchgeführt worden.

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Am Mittwoch veröffentlichte das russische Außenministerium Aufnahmen, auf denen zu sehen sein soll, dass US-Strafverfolgungsbeamte sich "wie Räuber verhielten", während sie "unbekannte Aktivitäten" im russischen Konsulat in San Francisco durchführten, das die US-Regierung in der Vorwoche zur Schließung gezwungen hatte.

Die Konsulatsdurchsuchung ist der jüngste Vorfall in einem langjährigen diplomatischen Streit zwischen Moskau und Washington, der in diesem Jahr neu entflammte, nachdem US-Präsident Donald Trump im Juli neue Sanktionen gegen Russland verabschiedet hatte.