Google sucht und sucht - findet aber keine Spur russischer Einflussnahme auf US-Wahlkampf

Google sucht und sucht - findet aber keine Spur russischer Einflussnahme auf US-Wahlkampf
Go-Spieler in der Provinz Zhejiang, China, 26. Mai 2017.
Die westliche Mainstreampresse verkündete, russische Hacker hätten für 100.000 Dollar den US-Wahlkampf durch Facebook-Anzeigen beeinflusst. Auch Twitter macht sich auf die Suche. Google musste aber schon feststellen, dass es keine russische Einflussnahme gab.

Wahlhacking zum Discount-Tarif. Die Russen machen es möglich. Das entscheidende Indiz für den manipulativen Eingriff? Die Spracheinstellung auf Russisch. Die Quelle musste sich also im feindlichen Osten befinden. Dabei wurde keiner der beiden Präsidentschaftskandidaten durch die geschalteten Werbeanzeigen favorisiert.

Für die Berichterstattung zum Thema war dies jedoch irrelevant, Gegenstimmen wurden sowieso nicht gehört. Man fühlte sich bestätigt. Die Werbeanzeigen hätten das Ziel gehabt, die amerikanische Gesellschaft zu polarisieren. Sie behandelten Themen wie Waffenbesitz, Zuwanderung und LGBT.

Wladimir Putin in Moskau, 20. April 2011.

Google aber dementierte, dass es auf seinen Plattformen russische Werbungen gegeben hatte. Reuters zitierte ein Statement Googles: 

Wir beobachten stets, ob es Verletzungen und Missbrauch unserer Nutzungsbestimmungen gibt und wir haben keinen Beweis festgestellt, dass diese Art von Werbekampagne auf unserer Plattform lief. 

Bei Facebook ging es um 3.000 Anzeigen, die über 470 "nicht authentische" Accounts zwischen Juni 2015 und Mai 2017 geschaltet haben sollen.

War Google+ den Russen zu erfolglos?

Senator Mark Warner von den Demokraten, der sich dem Thema vermeintlicher russischer Einflussnahme auf die US-Wahlen angenommen hat, sagte zu CNN:

Es schien mir, dass Russen diejenigen sozialen Medienseiten, auf die wir uns für eigentlich alles stützen - unser Facebook, Google und Twitter - nutzten, um unsere Wahlen zu beeinflussen.

Auch Twitter will nun nach den Facebook-Enthüllungen seine Datenbanken auf angebliche russische Einflussversuche untersuchen: 

Es wird erwartet, dass Twitter schon bald einen Bericht dazu vorlegt. Google hingegen hat seine Untersuchung abgeschlossen und will keinerlei belastbare Hinweise in Richtung einer russischen Einflussnahme gefunden haben. Möglicherweise liegt dies jedoch daran, dass Google+ bislang nicht unbedingt zu den Erfolgsgeschichten unter den sozialen Netzwerken zählt - und sich dies bis zu den offenbar eher knauserigen russischen Anzeigenkäufern durchgesprochen haben könnte.

Russland rechnet mit US-Einmischungen in Wahlen 2018

Schon zehn Monate liegen die Wahlen mittlerweile zurück und noch immer sucht Washington nach Beweisen für Vermutungen, die der Anti-Russland-Politik Washingtons entsprechen. Diese begründen offiziell jene Sanktionen, deren Umsetzung für die europäische Wirtschaft und die Energieversorgung der Menschen in Europa verheerende Folgen haben würde. 

Im August sagte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow, er sei sich sicher, dass die USA versuchen werden, sich in die russischen Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr einzumischen. Russland sei die amerikanische Einmischung gewohnt: 

Wir sind die amerikanische Einflussnahme gewohnt, wir leben damit. Es ist das Gleiche wie die Überwachung durch den amerikanischen Geheimdienst.