Botschafter Antonow: "USA und Russland sollten diplomatischen Krieg beenden und Arbeit beginnen"

Botschafter Antonow: "USA und Russland sollten diplomatischen Krieg beenden und Arbeit beginnen"
Moskau und Washington sollten sich auf ihre gemeinsame Agenda konzentrieren, wie zum Beispiel die Bekämpfung des internationalen Terrorismus, statt des diplomatischen Gezanke, sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, gegenüber RT und forderte die USA dazu auf, die Angriffe auf Moskau zu stoppen.

Während des anhaltenden diplomatischen Streits zwischen beiden Ländern, sind die Beziehungen der USA und Russlands auf einen der tiefsten Punkte der Geschichte gesunken. Dennoch glaubt Botschafter Antonow, dass die Situation verbesserungsfähig ist, wenn genug Willen vorhanden ist, um politische Differenzen beiseite zu legen und zusammenzuarbeiten.

Ehrlich gesagt, sehe ich kein Problem darin, alle offenen Fragen mit den Vereinigten Staaten anzugehen. Es besteht die Notwendigkeit, einen diplomatischen Willen zu finden, den diplomatischen Krieg zu beenden, die Angriffe auf Russland zu stoppen und die wirkliche Arbeit zu beginnen", erklärte er am im RT-Interview.

Russische Botschaft in Washington, D.C.

Antonow, der nach der Präsentation seiner Referenzen im Außenministerium mit RT sprach, sagte, er sei "sehr enttäuscht", dass seine Ankunft in den USA am 31. August mit der "unzulässigen Entscheidung" der US-Behörden zusammenfiel, das russische Konsulat in San Francisco sowie die diplomatischen Gebäude in Washington, DC und New York zu beschlagnahmen und zu durchsuchen.

Der russische Botschafter in den USA verurteilte den Schritt genauso wie das Außenministerium der Russischen Föderation. Er sagte, er fordere seine amerikanischen Kollegen dazu auf, sich mehr darauf zu konzentrieren, was die beiden Länder zusammen leisten könnten, vor allem im Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

Eines der Themen, die während des Treffens aufgeworfen wurden, war die anhaltende Schlacht gegen den IS in Syrien, wo die syrischen Streitkräfte, die von der russischen Luftwaffe unterstützt wurden, die dreijährige Belagerung der Stadt Deir ez-Zor am Dienstag beenden konnten, sagte Antonov und nannte es "einen großen Sieg der russischen Streitkräfte in Syrien".

Der lang erwartete militärische Durchbruch wurde erreicht, nachdem russische Marschflugkörper auf Positionen des IS in der Nähe der Stadt abgefeuert wurden. Sie vereitelten offenbar Versuche der Terroristen, die Offensive der syrischen Armee abzuwehren. Der Cruise-Missiles-Beschuss zerstörte Wehranlagen der Terroristen, Artilleriepositionen, Munitionsdepots und unterirdische Tunnel.

Ein weiteres besonderes Anliegen für Russland und die USA, bei dem beiden Staaten Raum für Zusammenarbeit bleibt, sind die zunehmenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel, fügte Antonow hinzu. Er beschrieb das nordkoreanische Problem als "eine große Herausforderung" - sowohl für Moskau als auch für Washington.

Sergej Rjabkow, stellvertretender Außenminister Russlands.

Vergessen Sie nicht, dass die Vereinigten Staaten zu weit von Nordkorea entfernt sind, aber Nordkorea ist unser Nachbar", stellte der russische Diplomat fest.

Die Bemühungen sollten ihm zufolge auf die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags durch Nordkorea abzielen.

In Bezug auf die Situation in der Ukraine sagte Antonow, dass er erneut die Idee Russlands anbietet, UN-Friedenstruppen in die Ostukraine zu schicken. Diese sollten von den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk kontrolliert werden, sodass die Sicherheit für die Beobachter von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gewährleistet ist.

Der Diplomat sagte, er habe seine US-Kollegen eingeladen, um angesichts der Krise "zusammen an einer guten Lösung zu arbeiten". Der entsprechende Entwurf einer Resolution wurde dem UN-Sicherheitsrat am Dienstag von Russland vorgelegt, nachdem der Vorschlag vom russischen Präsidenten Wladimir Putin auf dem jüngsten BRICS-Gipfel in China geäußert wurde.