Putin über USA: "Mit Menschen zu arbeiten, die Österreich und Australien verwechseln, ist schwer"

Putin über USA: "Mit Menschen zu arbeiten, die Österreich und Australien verwechseln, ist schwer"
Sicherheitskräfte vor dem durchsuchten Gebäude der Handelsvertretung der Russischen Föderation in Washington, D.C.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich über das niedrige Niveau an diplomatischer Kompetenz beklagt, das Washington in letzter Zeit zeigt. Es falle schwer, mit Menschen zusammen zu arbeiten, die Österreich und Australien nicht auseinanderhalten könnten.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Putin am Dienstag, dass sich die Amerikaner wie Rüpel verhalten, indem sie russische diplomatische Einrichtungen schließen.

Die Amerikaner waren im Recht, die Zahl unserer diplomatischen Einrichtungen zu reduzieren. Aber das taten sie in einer offensichtlich schikanierenden Art und Weise, und das spricht nicht für unsere amerikanischen Partner", sagte er.

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Es ist schwierig, einen Dialog mit Menschen zu führen, die Österreich und Australien verwechseln. Da kann man nichts machen. Anscheinend ist dies das Niveau der politischen Kultur eines bestimmten Teils des amerikanischen Establishments.

Putins Hohn bezog sich auf einen Fauxpas, der dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush während eines APEC-Gipfels in Australien im Jahr 2007 unterlaufen war. In einer Reihe von Fehlern dankte der damalige republikanische Führer Canberra dafür, "so ein guter Gastgeber für den OPEC-Gipfel" zu sein und erzählte später davon, wie der damalige australische Premierminister John Howard im Irak "österreichische Truppen" besucht hatte.

Amerika ist wirklich eine große Nation und die Amerikaner sind ein großartiges Volk, wenn sie so viele Menschen [in der Regierung] mit einem so niedrigen Niveau der politischen Kultur ertragen können", bemerkte Putin.

Der russische Staatschef kommentierte im Rahmen des Pressetermins die jüngste diplomatische Krise mit den USA.

Russland behält sich mögliche Ausweisung weiterer 155 US-Diplomaten vor

Am 31. August gab das US-Außenministerium bekannt, dass Russland sein Konsulat in San Francisco und zwei Zusatzeinrichtungen in Washington, D.C. und New York bis zum 2. September räumen muss.

Zeitnah auf die Räumung folgte eine Durchsuchung, obwohl Russland Eigentümer dieser Gebäude sowie der Residenzen der russischen Diplomaten und ihrer Familien ist. Moskau betrachtet die Durchsuchung als eine Verletzung der diplomatischen Immunität.

Die Anordnung der Durchsuchung war offensichtlich dazu bestimmt, das Prinzip der Parität der diplomatischen Missionen zweier Nationen aufrechtzuerhalten, wie Russland dies verlangt hatte. Putin sagte, Russland könnte den Einsatz in diesem Spiel erhöhen und 155 weitere amerikanische diplomatische Mitarbeiter ausweisen.

Wir haben mit unseren Partnern vereinbart, dass es bei der Anzahl diplomatischer Mitarbeiter in Russland und den Vereinigten Staaten eine Parität geben sollte. Es waren etwa 1.300 Diplomaten aus den USA. Wir hatten 455. Wir haben das korrigiert.

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Aber unter diesen 455 diplomatischen Mitarbeitern, die in den Vereinigten Staaten arbeiten, gibt es 155 Personen, die bei den Vereinten Nationen arbeiten. Streng genommen sind sie nicht Teil des diplomatischen Korps, das vom US-Außenministerium akkreditiert ist", fügte er hinzu.

Also wäre eine echte Parität gegeben, wenn die USA nicht 455 Diplomaten in Russland hätten, sondern 155 weniger.

Russland will Vorgehen der US-Regierung gerichtlich prüfen lassen

Putin sagte, Moskau behält sich das Recht vor, diese Zahl an US-amerikanischen diplomatischen Mitarbeitern aus dem Land zu weisen. Er fügte hinzu, dass Russland die Washingtoner Einschränkung der Verwendung seines Eigentums von einem Gericht prüfen lassen werde.

Lassen Sie uns sehen, wie gut das viel gelobte amerikanische Rechtssystem ist", meinte Putin abschließend.