Britische Regierung lässt Twitter-Account von RT International zur Russischen Revolution sperren

Britische Regierung lässt Twitter-Account von RT International zur Russischen Revolution sperren
Erlebte Geschichte? Nein, Danke! Auf 1917.rt.com wird die russische Revolution auf multimediale Art und Weise nacherzählt. Die britische Regierung nimmt daran jedoch Anstoß.
Twitter sperrt auf Drängen Londons einen Account von RT International, der die Beziehungen Großbritanniens und Russlands während der Revolutionszeit nacherzählt. Der Vorwurf: Es würden unerlaubterweise "Markenzeichen" der britischen Regierung genutzt.

Dass auch Briten humorlos sein können, musste RT International gerade erfahren. Das britische Auswärtige Amt ist offensichtlich so um den Schutz "seiner Marke" besorgt, dass es Twitter aufgefordert hatte, ein Konto von RT International zu sperren. Der Vorwurf: Dieses benutzte in nicht autorisierter Weise Symbole und Zeichen der Regierung Ihrer Majestät. Der Twitter-Account, um den es geht, war von RT International im Rahmen des Projekts "1917Live" ins Leben gerufen worden.

Das Projekt erinnert mit einer umfangreichen Webseite an die russische Revolution von vor 100 Jahren. Auf der Webseite finden sich unter anderem mehrere fiktive Twitter-Accounts, unter anderem von historischen Persönlichkeiten wie zum Beispiel Wladimir Iljitsch Lenin. Die Idee dahinter: Die Wirren der russischen Revolution in Form von Twitter-Posts nachzuerzählen. Das historische Projekt wurde im Februar dieses Jahres gestartet.

Mehr lesen:  Russland 1917 - Das Jahr, das die Welt auf den Kopf stellte

Zudem gibt es auch fiktive Twitter-Accounts verschiedener "Botschaften" aus der Zeit der Revolution. Darunter der US-amerikanischen, der französischen, der des Deutschen Kaiserreichs und eben auch jener des britischen Empires. Doch während die US-Amerikaner, die Franzosen und Deutschland offensichtlich kein Problem mit dieser kreativen Aufarbeitung der russischen Geschichte haben, legten die Briten bei Twitter ihr "Veto" ein. Der Account nutze ohne Genehmigung Markenzeichen der britischen Regierung. Offenbar Grund genug für Twitter, um den Account sperren zu lassen.

Aufseiten von RT International ist die Enttäuschung über diesen drastischen Schritt groß. 

Wo ist mein geliebter britischer Humor geblieben?",

twitterte die Chefredakteurin von RT International, Margarita Simonyan.

Auch Julian Assange äußerte per Twitter seine Verwunderung: 

Die britische Regierung bringt Twitter dazu, den RT-Account zu sperren, der zeigt, was das britische Außenministerium 1917 über die russische Revolution dachte.

Laut dem Leiter der Social-Media-Redaktion von RT International, Ivor Crotty, wurde der Twitter-Account ohne Ankündigung geschlossen. Es wurde von der britischen Seite offenbar auch nicht versucht, Kontakt mit RT International aufzunehmen. Anfragen von RT International zu dem Vorgang wurden von der britischen Regierung bis jetzt nicht beantwortet.

Immerhin reagierten die Macher des Projekts "1917Live" mit Humor auf die Sperrung. So ließen sie "General Kornilov", einen ehemaligen russischen Militärkommandeur und später ein Führer der Weißen Armee gegen die Bolschewisten, twittern: 

Twitter sollte besser die Propaganda der Bolschewiki sperren. 

"Bolschewiki Mikhailow" lobte Twitter hingegen für das harte Vorgehen gegen das "imperialistische Großbritannien".

Mehr lesen:  Die Lehren von 1917 für 2017 - Von Lenin lernen