Von USA entführter und inhaftierter russischer Pilot hofft auf Unterstützung von UNO

Von USA entführter und inhaftierter russischer Pilot hofft auf Unterstützung von UNO
Der russische Pilot Konstantin Jaroschenko, der in den USA zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt wurde, hofft auf Veränderungen, wenn die Vereinten Nationen über seine Entführung und seinen rechtswidrigen Prozess erfahren.

"Nach so vielen Versuchen, in mein Heimatland zurückzukehren, kann ich jetzt nur noch auf einen Arbeitsvorgang hoffen: eine offizielle Ansprache an die Vereinten Nationen. Das wird meine letzte Chance sein, zu meiner Familie zurückzukehren", zitiert die Zeitung Iswestija Jaroschenko.

"Meine Frau Viktoria hat dies bereits mit der [russischen] Menschenrechtsbeauftragten Tatjana Moskalkowa besprochen. Nachdem meine Mutter gestorben war, verlor ich alle Hoffnung, aber Frau Moskalkowas Versprechen ließ mich wieder aufleben", fügte er hinzu.

Viktoria Jaroschenko bestätigte, dass sie das Thema mit der Ombudsfrau besprochen hatte.

"Wir haben die denkbaren Möglichkeiten besprochen, um meinen Mann nach Russland zurückzuholen. Wenn alle gesetzlichen Optionen erschöpft sind, können wir nur auf den politischen Willen hoffen. Wichtige Menschenrechtsprinzipien wurden in die Gründung der Vereinten Nationen gesetzt und dies ist die einzige Organisation, die Konstantin aus dem Gefängnis kriegen kann", sagte sie.

Mehr dazu - In Lettland verhaftet: Russische Diplomaten werfen USA Kidnapping russischer Bürger vor

Der Pressedienst der Menschenrechtsbeauftragten teilte mit, es sei möglich, dass Moskalkowa die Frage der Inhaftierung und des Prozesses von Jaroschenko in ihrer Rede vor dem UN-Rat für Menschenrechte, die für den November vorläufig geplant ist, aufgreifen könnte. Außerdem sei es notwendig, dass die Beamtin eine Einreiseerlaubnis vom US-Präsidenten oder dem US-Außenministerium erhält, ohne die der Besuch in der New York City unmöglich ist.

Jaroschenkos Anwalt Aleksei Tarasow stimmte darin überein, dass alle gesetzlichen Optionen und Mechanismen zur Verteidigung seines Klienten eingesetzt wurden und sich angesichts der US-Realitäten nicht als hilfreich erwiesen haben. Deshalb muss das Thema in die politische Sphäre verlagert werden.

"Entführungen russischer Bürger sind zu einem chronischen Routineproblem geworden, das eine Lösung erfordert. Deshalb ist die Entscheidung, dieses Thema auf die Ebene der internationalen Organisationen zu bringen, richtig", sagte Tarasow.

Jaroschenko sitzt seit dem Jahr 2011 eine 20-jährige Gefängnisstrafe ab, weil er angeblich daran beteiligt war, Drogen in die USA zu schmuggeln. Alle Anklagen gegen ihn beruhten auf Zeugenaussagen von Agenten der US-Drug Enforcement Agency (DEA), die verdeckte Ermittlungen gegen ihn durchführten.

Lesen Sie außerdem - Moskau schlägt USA Austausch des russischen Piloten Jaroschenko gegen verurteilte US-Bürger vor

Der Russe wurde erstmals in Liberia verhaftet und dann ohne offizielles Auslieferungsverfahren in die USA geflogen, was gegen den diplomatischen Code verstieß.

Jaroschenko beharrt darauf, dass er völlig unschuldig ist und dass der ganze Prozess ein Teil einer Intrige der US-Agenten war, um Beweise gegen einen anderen russischen Bürger, Viktor But, zu erhalten. But war der Besitzer einer Transportfirma, der ebenfalls in die USA verschleppt wurde und nach einer verdeckten Ermittlung der DEA zu einer längeren Haftstrafe verurteilt wurde.

Anfang Juli dieses Jahres richtete Jaroschenko eine Bitte an den US-Präsident Donald Trump, ihn zurück nach Russland zu schicken. Jaroschenkos Familie bat Trump darum, den Piloten zu begnadigen, doch bisher gibt es keine Veränderungen in der Situation.