Ist China Schuld? - Unfall des US-Zerstörers führt zu Spekulationen und Personalfolgen

Ist China Schuld? - Unfall des US-Zerstörers führt zu Spekulationen und Personalfolgen
Ein Angestellter der "MMEA" (Malaysia Maritime Enforcement Agency) erklärt den Vorfall der USS John McCain, Purtajaya, Malaysia, 21. August 2017.
Am Montag kollidierte ein US-Zerstörer in der Straße von Malaka mit einem Tankschiff. Es war der vierte Vorfall innerhalb kurzer Zeit und eine Untersuchung wurde eingeleitet. Der Kommandant der siebten Flotte musste seinen Posten niederlegen. Die Schuld wird auch bei den Chinesen gesucht.

Vizeadmiral Joseph Aucoin wurde von seinem Posten als Kommandant der Siebten US-Flotte entlassen. Er war auf der japanischen Basis Yokosuka stationiert. Seine Entlassung ist eine Folge des Unfalls der USS John McCain, die mit einem Schiff kollidierte. Zehn Marinesoldaten wurden daraufhin vermisst. Im Schiffsrumpf wurden einige Leichen geborgen. 

Admiral Phil Sawyer soll den Posten Aucoins übernehmen. Vor dem Zusammenstoss mit dem Tanker kam es zu einem Fehler bei der Steuerung. Die Kontrolle konnte auch nicht durch das Notfallsteuersystem übernommen werden. Hieraus entstand die Spekulation, dass Hacker am Werk gewesen sein könnten, die den technischen Ausfall herbeiführten. Der US-Admiral Scott Swift, der sich heute nach Japan begibt, um den Angehörigen der verunglückten US-Seeleute sein Beileid auszudrücken, sagte, dass alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden würden. 

Der US-Zerstörer USS John S. McCain nach der Kollision, Singapur. 21. August 2017.

Die USS McCain befand sich auf dem Weg zur koreanischen Halbinsel. Auf dem Weg dorthin durchkreuzte sie das Südchinesische Meer und verletzte somit das Recht internationaler Gewässer. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Gang Shuang

Die Handlungen des US-Zerstörers haben chinesisches und internationales Gesetz verletzt und in ernstzunehmender Weise Chinas Souveränität und Sicherheit beschädigt. 

Die Amerikaner berufen sich bei ihren Durchkreuzungen chinesischer Gewässer auf das Recht der freien Navigation. 

China hat sofort Kriegsschiffe im Rahmen des Gesetzes entsandt, um die Identifikation des US-Schiffes zu klären und es zu vertreiben. 

Unfall nährt Spekulationen über chinesische Einflussnahme 

Admiral John Richardson schrieb auf Twitter, dass die Untersuchung auch der Vermutung eines Hackerangriffs nachgehen wird, es aber dafür bisher keine Anzeichen gäbe. 

Jeff Stuntzman, ehemaliger Kriegsspezialist der Marine mit Kenntnisse in Cyberangriffen: 

Es geht um mehr als menschliches Versagen... Wenn man sich durch die Straße von Malaka bewegt, können sie mir nicht weiß machen, dass ein US-Zerstörer kein vollständiges Navigationsteam hat, das Ausschau nach allem hält.

Es gibt zwei Wege, durch die der Betrieb eines Kriegsschiffes gestört werden kann: durch ein Angriff auf das Navigationssystem, oder durch ein Schadprogramm auf das Computernetzwerk. Amerikaner mokieren, dass der Unfall des US-Zerstörers in den chinesischen Netzwerken erfreut aufgenommen wurde. Missmut gegenüber der amerikanischen Führung Washingtons herrscht in China durch die für die Chinesen aggressive Präsenz der Amerikaner im Südchinesischen Meer. Hier treten die Amerikaner für die Territorialinteressen der Japaner ein und den drohenden Handelskrieg zwischen Peking und Washington. 

Der Unfall reiht sich ein in vier Vorfälle von US-Kriegsschiffen der jüngsten Zeit. Am 17. Juni wurde die USS Fitzgerald in einer Kollision vor der Küste Japans schwer beschädigt und sieben Matrosen kamen dabei ums Leben. Im Mai kollidierte die USS Lake Champlain mit einem koreanischen Fischerboot. Die USS Antietam lief vor der Bucht Tokios im Februar auf Grund.