Taliban zu Trumps Afghanistan-Bekanntgabe: Dschihad bis der letzte US-Soldat Afghanistan verlässt

Taliban zu Trumps Afghanistan-Bekanntgabe: Dschihad bis der letzte US-Soldat Afghanistan verlässt
US-Truppen in Süd-Afghanistan, 1. Dezember 2001.
Trump verkündete am Montag, dass sich die USA nicht mehr daran beteiligen werden, ein fremdes Land nach ihrem Modell zu verändern. Aber die Ausbreitung der Taliban in Afghanistan soll verhindert werden. Die Taliban antworteten auf Trumps Äußerung, dass sie ihren Glaubenskrieg solange weiterführen werden, bis alle Amerikaner aus dem Land abgezogen sind.

Im Mai trafen die Taliban das Regierungsviertel Kabuls mit einem Anschlag mitten ins Herz des Landes. Dabei kamen 150 Menschen ums Leben. Das Attentat kann als der tödlichste Angriff seit der amerikanischen Invasion im Jahr 2001 gewertet werden. Im April gab Donald Trump den Befehl "Die Mutter aller Bomben" gegen den Islamischen Staat in Afghanistan einzusetzen. 

USA verstärken ihr Engagement in Afghanistan

Am Montag verkündete Donald Trump seine neue Strategie zu Afghanistan. Der Sprecher der Taliban Zabihullah Mujahid zu Trumps neuer Strategie:

Statt einen Krieg in Afghanistan zu führen, sollten die Amerikaner darüber nachdenken, ihre Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Solange es noch einen amerikanischen Soldaten in unserem Land gibt, werden wir unseren Dschihad weiterführen. 

Zur künftigen Zahl amerikanischer Truppen äußerte sich Trump nicht. Er vermied es, über die Aufstockung zu reden. Verteidigungsminister James Mattis deutete eine US-Truppenverstärkung indirekt an, indem er in einem Statement sagte, mehrere Verbündete hätten sich "ebenfalls" zur Erhöhung ihrer Truppenstärke bekannt.

Trump sieht die Lösung beim afghanischen Volk: 

Am Ende ist es am afghanischen Volk, seine Zukunft in die Hand zu nehmen, seine Gesellschaft zu regieren und einen unbefristeten Frieden zu erzielen.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani lobte die neue Afghanistan-Strategie, da diese eine weitere Verbundenheit der USA gegenüber Afghanistan darstellt:

Ich bin Präsident Trump und dem amerikanischen Volk dankbar für diese Bestätigung, unsere Bemühungen nach Eigenständigkeit zu unterstützen, und für unseren gemeinsamen Kampf, die Region von der Gefahr durch den Terrorismus zu befreien. 

Ghani beschwor das Ziel des Friedens und die Macht des Militärs, welche den Taliban und anderen Gruppen signalisiere, dass diese den Kampf nicht gewinnen können. 

Auch Republikaner John McCain, der zuvor Kritik an Trump wegen seiner fehlenden Strategie übte, lobte die Aussagen Trumps als einen Schritt in die richtige Richtung. Er fordert von Trump, dass sich dieser in einen Kriegskommandeur verwandelt, der sich regelmäßig an sein Volk wendet.

Der 16 Jahre lange Afghanistan-Krieg der Amerikaner kostete die USA bisher 1,08 Billionen US-Dollar. Im Juni hatte Trump zugestimmt, 3.000 bis 5.000 weitere Soldaten nach Afghanistan zu entsenden. Er gab bekannt, Druck auf Pakistan zu verüben, um die Terrorzellen entlang der Grenze zu Afghanistan zu zerstören. Während seines Wahlkampfs hatte Trump jedoch angekündigt, die Truppen komplett aus Afghanistan abzuziehen.

Während für den Zweiten Weltkrieg und den Vietnam-Krieg der amerikanische Steuerzahler die Kosten direkt zu spüren bekam, sind es für die Amerikaner vor allem die Folgekosten, die die Familien der Verwundeten und Gefallenen tragen. Diese werden auf 300 Milliarden US-Dollar für die kommenden Jahrzehnte geschätzt. Die Staatsschulden durch den Afghanistan-Krieg stiegen um 453 Milliarden US-Dollar an.

Im Mai 2017 ergab ein Bericht, dass die Taliban noch immer über 40 Prozent Afghanistans herrschen.