Anti-Russland-Politik: US-Botschaft in Russland schränkt Antragsmöglichkeiten für Einreise-Visa ein

Anti-Russland-Politik: US-Botschaft in Russland schränkt Antragsmöglichkeiten für Einreise-Visa ein
Die US-Botschaft in Moskau reflektiert sich in der Glasscheibe eines Armee-Ladens, Russland, 28. Juli 2017.
Der Kreml hatte gegen die amerikanische Anti-Russland-Politik erste Gegenmaßnahmen ergriffen und die Zahl der US-Diplomaten reduziert. Nun erschweren die USA die Möglichkeit der Antragstellung für ein Visum in die USA. Nur noch in der Hauptstadt Moskau wird dies fortan möglich sein.

Die USA werden die Visumsausstellung an ihren Konsulaten in Russland vorläufig einstellen. In einer Erklärung der amerikanischen Regierung hieß es: 

Ab dem 21. August, 9 Uhr Moskauer Zeit, wird die US-Gesandtschaft die derzeitigen Termine für Nicht-Einwanderungsvisa im gesamten Land absagen.

Visa-Bearbeitungen werden in allen US-Konsulaten bis auf unbestimmte Zeit gestoppt. 

Maxim Oreschkin, der Wirtschaftsminister der Russischen Föderation.

Vorher konnten russische Staatsbürger in amerikanischen Konsulaten in St. Petersburg, Jekaterinburg und Wladiwostok Visumsanträge stellen. Nun bleibt nur die Möglichkeit, in Moskau ein Visum zu beantragen. 

Antragssteller, die betroffen sind, werden kontaktiert, falls es eine Änderung zu Zeit und Tag ihres Interviews gibt. 

Ab dem 1. September begrenzt die russische Regierung die Anzahl der US-amerikanischen Botschaftsmitarbeiter auf 455 Personen – genau so viele Beamte arbeiten in der russischen Botschaft in den USA. Außerdem wird die Benutzung eines diplomatischen Anwesens sowie aller Lagerräume in Moskau, die von der US-Botschaft benutzt werden, ab dem 1. August ausgesetzt. Das hieß in einem Pressebericht des russischen Außenministeriums, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Auf die Bekanntmachung der USA, die Visumsanträge einzuschränken, verkündete der russische Außenminister Sergei Lawrow, dass Moskau zunächst die Maßnahmen der Amerikaner beleuchten wird, bevor es Gegenmaßnahmen ergreife: 

Wie ich bereits mitgeteilt habe, im Bezug auf unsere Stellungnahme, ist es wichtig die Entscheidungen der Amerikaner im Detail zu untersuchen. Wir werden sehen. Ich kann nur eins sagen: Wir lassen es nicht an den amerikanischen Bürgern aus. 

Lawrow ist der Ansicht, dass die Entscheidungen zum Visum getroffen wurden, um die Einstellung der Bürger zu den Behörden zu verschlechtern: 

Die ersten Impressionen sind, dass die amerikanischen Macher dieser Entscheidung einen weiteren Versuch unternommen haben, damit die Handlungen der russischen Autoritäten den Bürgen Mißfallen.  

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