US-Kampagne in Afghanistan gescheitert: Russische Senatoren fordern Abzug von US-Truppen

US-Kampagne in Afghanistan gescheitert: Russische Senatoren fordern Abzug von US-Truppen
Symbolbild
Mitglieder des russischen Föderationsrates haben erklärt, dass die 16-jährige US-Militärkampagne in Afghanistan gescheitert sei und riefen Washington dazu auf, seine Truppen aus diesem Land zurückzuziehen.

"In den USA hat man begonnen, einen Abzug aus Afghanistan zu fordern. George Bush Junior begann den Krieg, Barack Obama versprach, ihn zu beenden, tat es aber nie. Infolgedessen wurde Präsident Donald Trump ein Scherbenhaufen überlassen. Die Katastrophe einer Verlierer-Supermacht", tweetete Senator Aleksei Puschkow.

Puschkow schrieb diesen Kommentar, nachdem die Taliban einen offenen Brief an Trump veröffentlicht hatten, in dem sie behauptete, dass die militärische Operation in Afghanistan trotz der enormen Kosten sowohl in Bezug auf menschliche als auch materielle Verluste vergebens sei. Der Brief drängte Trump dazu, eine Entscheidung zu treffen, die ihn demnach für immer zum Friedensbefürworter machen würde.

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Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, bestätigte den Erhalt des offenen Briefes der Taliban und sagte, dass Washington verschiedene Möglichkeiten in Erwägung gezogen habe, die sich so weit wie möglich mit dem Truppenrückzug aus Afghanistan auseinandersetzen.

Anfang dieser Woche sagte der Sondergesandte des russischen Präsidenten für Afghanistan, Samir Kabulow, bei einer Pressekonferenz, dass die US-Kampagne in Afghanistan gescheitert sei und Washington die Truppen zurückziehen müsse. Er fügte hinzu, dass Moskau gegen den Plan sei, regulären US-Streitkräfte in Afghanistan durch private Militärfirmen zu ersetzen.

Am Donnerstag erklärte der stellvertretende Leiter des Ausschusses für internationale Angelegenheiten des russischen Föderationsrates, Andrej Klimow, gegenüber Journalisten, dass Kabulows Erklärung ein Zeichen dafür sei, dass Moskau beabsichtige, politische und diplomatische Hebel einzusetzen, um eine weitere Ausbreitung der US-Militärpräsenz zu verhindern.

"Seit 16 Jahren findet eine US-geführte militärische Intervention direkt an den GUS-Grenzen statt. Und wenn man bedenkt, dass die Grenzen innerhalb der GUS transparent sind, bedeutet es, dass dies in der Nähe unserer Grenzen passiert", sagte Klimow in dem Internetportal Wsgljad.

Die GUS ist die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten - ein von Russland angeführter politischer und wirtschaftlicher Block ehemaliger Sowjetrepubliken.

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"In den letzten Jahren hatte das nichts mit einer Anti-Terror-Operation gemein und sieht eher wie Kolonialpolitik aus. Ein Versuch, die US-Militärkontingente dort um jeden Preis zu halten", fügte der Politiker hinzu.

Der Senator erwähnte ebenfalls, dass Russland die militärische Operation, die von den USA und seinen NATO-Verbündeten in Afghanistan durchgeführt wird, zunächst billigte und sie sogar unterstützte. Doch die russische Führung überdachte ihre Position, als es zur Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und den USA kam und die Operation außerdem in Afghanistan keine positiven Ergebnisse erzielte.

"Vor einiger Zeit wurde klar, dass die Anti-Terror-Operation, die von den USA und der NATO in Afghanistan durchgeführt wird, ineffektiv ist. Im Laufe dieser Operation hat sich der Fluss der illegalen Drogen nach Russland nach einigen Schätzungen sogar um das Hundertfache erhöht", unterstrich er.

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"Das alles schrie regelrecht nach einer Reaktion und die ersten Aussagen zu diesem Thema zeigen, dass Russland beabsichtigt, politische und diplomatische Mittel zu nutzen, um diese graue Ausbreitung der US-Militärpräsenz in Afghanistan zu verhindern", schloss Klimow.