US-Rüstungsunternehmen entwickelt Drohne für Scharfschützengewehre

US-Rüstungsunternehmen entwickelt Drohne für Scharfschützengewehre
Die Drohne soll mit einem Scharfschützengewehr, einem Granatwerfer, einem Maschinengewehr oder einer Vielzahl anderer Waffen ausgestattet zu werden können.
Ein US-Rüstungsunternehmen hat eine Drohne für Scharfschützengewehre entwickelt, die nur unwesentlich größer als handelsübliche Drohnen ist. Sie soll laut Hersteller "das Leben von Soldaten und Zivilisten retten". Das Gerät wurde schon nach Israel verkauft. Doch es gibt auch Kritik.

Duke Robotics, ein in Florida ansässiger Rüstungskonzern, entwickelte die „TIKAD-Scharfschützen-Drohne“ und verkaufte sie vor kurzem an das israelische Militär. Der Konzern versucht auch, Aufträge aus dem Pentagon für seine Entwicklung zu bekommen. Die Drohne kann mit einem Scharfschützengewehr, einem Granatwerfer, einem Maschinengewehr oder einer Vielzahl anderer Waffen ausgestattet werden, berichten die Webseiten von „Defense One“ und „Popular Mechanics.“

Die Drohne wurde laut „Defense One“ offenbar schon erfolgreich vom israelischen Militär verwendet, blieb aber wegen Gewichtsproblemen nur für etwa fünf Minuten in der Luft. Doch die technischen Probleme sollen mittlerweile behoben worden sein. Der Mitbegründer von Duke Robotics, der israelische Militärveteran Lt. Col. Raziel "Razi" Atuar, sagte, dass die Drohne, die von einem Piloten aus der Ferne geflogen wird, das Leben von Zivilisten und Soldaten retten könne, weil sie präziser sei als die großen Drohnen wie Reaper, Predator oder Switchblade, welche Raketen abfeuerten.

Mehr lesen: Unbemannte Passagiermaschinen sollen ab 2025 erste Flüge absolvieren

Doch es gibt auch kritische Stimmen zu der Drohnentechnologie.  

Große militärische Drohnen müssen Tausende von Kilometern fliegen, um ihre Ziele zu erreichen, aber diese kleineren Drohnen könnten leicht die Straße hinunterfliegen, um Gewalt anzuwenden,  

sagte Professor Noel Sharkey von der Universität von Sheffield gegenüber der BBC. 

Das ist meine größte Sorge, denn es gab viele rechtliche Fälle von Menschenrechtsverletzungen mit den großen Drohnen, und diese [kleinen] könnten potentiell zu mehr Fällen führen, so Sharkey. 

Der Wissenschaftler sagte zudem, dass er sich auch zusätzliche Sorgen wegen der TIKAD-Drohne mache, da sie Privatbürger von Duke Robotics kaufen könnten, und sie dann von terroristischen Gruppen wie ISIS kopiert werden könnte. "Es wird nicht lange dauern, bis alle Kopien haben", sagte Sharkey gegenüber „Popular Mechanics.“  

Einige von ihnen werden weniger stabil und weniger präzise sein. Wir haben bereits gesehen, wie ISIS kleine handelsübliche Drohnen für Sprengstoffangriffe eingesetzt hat.

Mehr lesen:  Rettungs-Drohnen im Einsatz an französischen Atlantikstränden