Kiew dementiert: Nordkoreas Raketentechnik kommt nicht aus der Ukraine

Kiew dementiert: Nordkoreas Raketentechnik kommt nicht aus der Ukraine
Der Raketentyp Hwasong-14 soll in der Lage sein, US-amerikanisches Festland zu erreichen.
Nordkorea hat seine Fortschritte bei der Raketentechnik laut einer Studie eventuell ukrainischer Technologie zu verdanken. Die Regierung in Kiew sowie die in der Studie erwähnte Firma Juschmasch wiesen die Angaben jedoch zurück. Sie wittern eine „russische Verschwörung.“

Michael Elleman, Experte am International Institute for Strategic Studies (IISS), sagte der New York Times, der Antrieb für die neuen nordkoreanischen Mittelstrecken- und Interkontinental-Raketen stamme wahrscheinlich von einer ukrainischen Firma. Er sei "vermutlich illegal" über Waffenhändler nach Nordkorea gelangt.

Elleman wertete unter anderem Fotos der nordkoreanischen Regierung von den jüngsten Raketenstarts aus. Sie ließen darauf schließen, dass die Raketen vom Typ Hwasong-12 und Hwasong-14 einen Antrieb hätten, der auf ein sowjetisches Modell zurückgeht.  Solche Antriebe seien früher von der Firma Juschmasch in der ukrainischen Stadt Dnipropetrowsk produziert worden. Nach Ellemans Einschätzung wurde der Antrieb weiterentwickelt, damit Nordkorea mit seinen Raketen möglichst hohe Reichweiten erzielt. Die Ukraine ist berüchtigt für windige Rüstungsgeschäfte.

Die Firma Juschmasch betonte, sie habe keine Verbindungen zu Nordkorea und stelle die Bauteile seit der Unabhängigkeit der Ukraine nicht mehr her. Der Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine erklärte, es handele sich um eine "anti-ukrainische Kampagne, die von russischen Geheimdiensten lanciert" worden sei, um die eigene Verwicklung in das nordkoreanische Programm zu verschleiern.

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