"Mike, die Russen sind da!": CIA-Chef Pompeo stuft Venezuela als Risiko ein

"Mike, die Russen sind da!": CIA-Chef Pompeo stuft Venezuela als Risiko ein
Mike Pompeo, Direktor der CIA
CIA-Direktor Mike Pompeo hat ein Interview zu den Aussagen von Donald Trump über die US-Militärintervention in Venezuela gegeben. Darin behauptet Pompeo, dass neben dem Iran, der Hisbollah, Kuba nun auch Russland in Venezuela aktiv sei.

Die größte Militärmacht der Welt scheint sich vor ziemlich vielen Ländern zu ängstigen. Mike Pompeo, der Direktor der CIA, war am Sonntag auf Fox News zu sehen. Dort kommentierte er Aussagen von Donald Trump vom Freitag, in denen der US-Präsident über "eine mögliche militärische Option" für Venezuela gesprochen hatte.

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Der CIA-Chef sagte, er glaube, dass Trumps Kommentare ein Versuch waren,

"dem venezolanischen Volk die Hoffnung und die Chance zu geben, eine Situation zu schaffen, in der die Demokratie wiederhergestellt werden kann".

Pompeo erklärte, dass sich die Situation in Venezuela immer weiter verschlechtere, weil Präsident Maduro versucht, immer mehr Macht geltend zu machen. Das füge den Menschen in Venezuela immer mehr Schmerzen zu und führe zur Spaltung verschiedener Gruppen.

"Die Geheimdienste machten deutlich, dass das Maduro-Regime weiterhin Scharfschützen in Hochhäuser platziert", sagte Pompeo mit einem Lachen und fuhr fort: "Und Dinge macht, die schrecklich und repressiv sind. Die US-amerikanische Politik ist es, mit unseren lateinamerikanischen Partnern zusammenzuarbeiten, um die Demokratie wiederherzustellen."

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Auf die Frage, warum Venezuela das Problem der USA sei, antwortete der Geheimdienstler:

Venezuela könnte sehr schnell zu einer Gefahr für die Vereinigten Staaten von Amerika werden. Die Kubaner sind da, die Russen sind da, die Iraner, die Hisbollah sind da. Dadurch existiert das Risiko, dass das Land zu einem sehr, sehr schlechten Ort werden kann. Also müssen die USA das sehr ernst nehmen."

Während eines Vortrags im Aspen Security Forum im Juli ließ Pompeo durchblicken, dass die CIA an einem Regimewechsel in Venezuela arbeitet.

Die USA haben ein tiefes Interesse daran, sicherzustellen, dass es stabil ist, so demokratisch wie möglich. Und so arbeiten wir hart daran, das zu tun. Ich bin immer vorsichtig, wenn die Rede von Süd- und Mittelamerika und der CIA ist, da gibt es viele Geschichten zu", sagte er zum lachenden Publikum.

Doch das war bei Weitem kein Witz, denn die US-Geheimdienste waren seit den 1950er Jahren maßgeblich daran beteiligt, Regimewechsel und Staatsstreiche quer durch ganz Lateinamerika durchzuführen. In der Folge kontrollierten bis Mitte der 1980er Jahre fast durchgängig US-freundliche Diktatoren und Militärregierungen den südamerikanischen Kontinent.

Wir sind sehr hoffnungsvoll, dass es einen Übergang in Venezuela geben kann und wir von der CIA tun unser Bestes, um die Dynamik dort zu verstehen, damit wir uns mit unserem Außenministerium und anderen Stellen verständigen können", fügte er hinzu.

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Die USA verhängten in diesem Monat als Reaktion auf die Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung Sanktionen gegen acht venezolanische Amtsträger, darunter auch Präsident Nicolas Maduro. Die Versammlung soll eine neue Verfassung ausarbeiten, die die USA bereits jetzt als illegitim bezeichnen. Die US-Regierung sieht darin ein Anzeichen für "autoritäre Bestrebungen in Venezuela".

Diese Entwicklung werde man nicht hinnehmen, das beteuerte am Sonntag auch der US-Vizepräsident Mike Pence während eines Besuchs in Kolumbien.

Wir werden nicht akzeptieren, dass eine Diktatur in der Hemisphäre entsteht. Unser Kontinent hat etwas Besseres verdient", zitiert ihn die dpa.