Maradona: Wenn Maduro befiehlt, werde ich für Venezuela gegen den Imperialismus kämpfen

Maradona: Wenn Maduro befiehlt, werde ich für Venezuela gegen den Imperialismus kämpfen
Möchte den Ball gegen die Flinte eintauschen: Diego Armando Maradona.
Vom Fußballgott zum Krieger: Ex-Ausnahmefußballer Diego Maradona hat Venezuelas Präsidenten Maduro notfalls bewaffnete Unterstützung zugesichert. Maradona pflegte seinerzeit auch ein gutes Verhältnis zum verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro.

Als Fußballer hat Diego Maradona fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Jetzt möchte er sich offenbar auch in anderen Gefilden auszeichnen. Am Montagabend (Ortszeit) schrieb der Argentinier auf Facebook:

Wenn Maduro es befiehlt, werde ich mich als Soldat für ein freies Venezuela kleiden, um gegen den Imperialismus zu kämpfen. Es lebe Maduro! Es lebe die Revolution!"

Maradona gilt als Anhänger der linken Regierungen in Lateinamerika. Er war mit dem kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro befreundet, verehrte den früheren venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und unterstützt auch dessen Nachfolger Maduro.

Neben Gott ist er der Grund, warum ich am Leben bin",

sagte Maradona einmal über Castro, der ihn im Gegenzug einen "großartigen Freund" nannte. Auf den Waden Maradonas prangt ein Tattoo-Porträt Castros. Nach der umstrittenen Einsetzung einer Verfassungsgebenden Versammlung und der faktischen Entmachtung des legal gewählten Parlaments war die Krise in Venezuela im Laufe der vorangegangenen Wochen weiter eskaliert.

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Einer der führenden venezolanischen Oppositionspolitiker, Henrique Capriles, warf Maradona daraufhin "Verblendung" vor. Er forderte Maradona auf, in Venezuela mal mit dem Mindestlohn von monatlich maximal 15 Dollar zu leben.

Wenn er kommt, hole ich ihn am Flughafen ab und zeige ihm die Lage in Venezuela",

sagte Capriles an den Ex-Topfußballer gerichtet gegenüber dem argentinischen Sender Radio Mitre.

Kritik von Capriles erreicht den Falschen

Capriles ist Gouverneur des Bundesstaates Miranda und war 2013 Präsidentschaftskandidat der Opposition. Doch im Gegensatz zu Capriles weiß Maradona vermutlich sogar, wie man mit wenig bis gar keinem Geld auskommt. Über das Elendsviertel in Buenos Aires, in dem er geboren wurde und aufgewachsen war, sagte Maradona einmal:

Ich bin kein Magier. Ich bin Diego, der in Fiorito geboren wurde. Magier sind die, die dort in Fiorito leben. Denn sie zaubern mit nur 1.000 Pesos im Monat.

Maradona: Langjähriger Aktivist für die sozialistische Sache

Es ist nicht das erste Mal, dass Maradona die linke Regierung in Venezuela unterstützt. Bereits im November 2005 sprach Maradona auf einer Protestkundgebung im Umfeld des Amerika-Gipfels in Argentinien öffentlich bei einem Auftritt des venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez. Auch bei der Präsidentschaftswahl in Venezuela 2013 unterstützte Maradona den Sozialisten Nicolás Maduro.

Von seinen Fans wird Maradona wie ein Heiliger, zuweilen sogar als Gott verehrt. So wurde in Rosario, Argentinien, die Iglesia Maradoniana (Kirche des Maradona) gegründet. Ihre "Gläubigen" bezeichnen Maradona als Gott, als „D10S.“ Dios ist das spanische Wort für Gott, die 10 steht für die Rückennummer, die Maradona jahrelang getragen hatte.

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