Eurasische Entwicklungsbank schlägt gemeinsame Währung vor

Eurasische Entwicklungsbank schlägt gemeinsame Währung vor
Die Eurasische Entwicklungsbank hat einen Vorschlag an seine Mitglieder unterbreitet. Dieser sieht eine gemeinsame Rechnungswährung vor und soll den eurasischen Binnenhandel weiter ankurbeln.

Wie das russische Finanzportal „vestifinance.ru“ berichtet, hat die Eurasische Entwicklungsbank den Zentralbanken der EAWU-Mitgliedstaaten eine gemeinsame Rechnungswährung vorgeschlagen. Es beruft sich dabei auf ein von der Tageszeitung „Izwestija“ geführtes Interview.

Über eine positive Entwicklung des Binnenhandels können sich die Wirtschaftsminister der EAWU-Länder freuen. Die zunehmende Dynamik schlägt sich auch auf die Wachstumszahlen in den Mitgliedsstaaten selbst durch.

Die Initiative soll die Berechnungen von russischem und weißrussischem Rubel, kirgisischem Som, kasachischem Tenge und armenischem Dram bei gegenseitigen Transaktionen vereinfachen und die währungspolitische Zusammenarbeit weiter stärken.

Nach Meinung Jewgeni Winokurows, Direktor des Zentrums für Integrationsstudien der Eurasischen Entwicklungsbank, würde die Einheitswährung Berechnungen im wechselseitigen Zahlungsverkehr erleichtern. Eine regionale Währung wäre vor allem den Handelsströmen dienlich und könnte zum Zahlungsmittel der Neuen Seidenstraße werden.

Tigran Davtyan, finanzpolitischer Direktor der Eurasischen Wirtschaftskommission, erklärte, dass dies nicht eine bloße Nachahmung von Finanztechnologien anderer Staaten sei. Denn auch die Europäische Union besaß von 1979 bis 1998 mit dem ECU eine gemeinsame Rechnungseinheit, bis der Euro als Buch- und später als Bargeld eingeführt wurde.

In Zukunft, so Davtyan, könnte die Einführung einer eurasischen Rechnungseinheit zu einem effektiveren Management von Finanzrisiken und zum Senken von Transaktionskosten beitragen. Gegenwärtig erarbeitet die Eurasische Wirtschaftskommission unter Berücksichtigung nationaler Interessen das Konzept für einen gemeinsamen Finanzmarkt und prüft die Harmonisierung von Gesetzen.

Eine gemeinsame Währung könnte die Abhängigkeiten beim Außenhandel weiter verringern und eine regionale Alternative zum US-Dollar als globale Leitwährung darstellen. Russland und China wickeln ihre Ölgeschäfte bereits in Yuan und Rubel ab.

Der russische Präsident Wladimir Putin äußerte sich bereits 2016 zu einer möglichen gemeinsamen Währung.

Im Prinzip wird diese interessante Angelegenheit wahrscheinlich eines Tages möglich sein. Aber nur, wenn das Niveau der wirtschaftlichen Entwicklung und die ökonomischen Strukturen der Mitgliedsstaaten ausgeglichen sind. Wir dürfen unter keinen Umständen die Fehler der Europäischen Union wiederholen, die eine gemeinsame Währung eingeführt hat, während die Ökonomien der Länder so unterschiedlich waren“, warnte Putin damals.

Als möglicher Name einer Währung wird „Altyn“ gehandelt. Das Wort stammt aus der Sprache der tatarischen Volksgruppe und kann mit „Gold“ übersetzt werden.

Die EAWU ging 2015 aus der Zollgemeinschaft der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft hervor und wurde von Russland, Weißrussland und Kasachstan gegründet. Die ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Kirgisistan schlossen sich noch im selben Jahr an. Erklärtes Ziel ist der freie Austausch von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften untereinander. Bis 2025 soll ein gemeinsamer Markt für Finanzdienstleistungen entstehen.

ForumVostok