"Öl ins schon brennende Feuer" - Russland kritisiert US-Pläne zur Waffenlieferung an Kiew

"Öl ins schon brennende Feuer" - Russland kritisiert US-Pläne zur Waffenlieferung an Kiew
Nach einem Bericht über geplante US-Waffenlieferungen in die Ukraine, kritisierte das russische Außenministerium dieses Vorhaben. Moskau warnt vor einem Wiederaufflammen der Gewalt in der Region und sieht Kiew und Washington in der Verantwortung.

Die Drahtzieher des Plans, Waffen an die Ukraine zu liefern, gehen offenbar von der Annahme aus, dass die Situation im Osten des Landes nicht explosiv genug ist und dass weiter Öl ins Feuer gegossen werden muss", sagte Michail Uljanow, Abteilungsleiter für Rüstungskontrolle im russischen Außenministerium.

Er wies darauf hin, dass "Anmerkungen zu der Tatsache, dass nur die Rede von Waffenlieferungen defensiver Natur sei, nichts am Wesentlichen ändern." Die Regierung in Kiew habe niemanden, vor dem sie sich verteidigen muss, da die Kräfte in den selbsternannten Volksrepubliken von Donezk und Lugansk "keine Versuche machen, ihr Territorium zu vergrößern".

Der geplante Schritt würde nur die Gewalt weiter eskalieren lassen, da "jene Kreise in der Ukraine, die geneigt sind, auf ein militärisches Szenario zu setzen, die amerikanischen Lieferungen als Zuspruch zu weiteren militärischen Feindseligkeiten verstehen könnten", erklärte er.

Verantwortlich für diese Entwicklung wäre nicht nur Kiew, sondern auch Washington, betonte Uljanow.

Noch kämpfen ukrainische Soldaten vor allem mit Waffen aus sowjetischer Produktion. Das Bild zeigt eine Übung mit der 2S7,  dem weltweit schwersten konventionellen Artilleriegeschütz.

Kreml-Pressesprecher Dmitri Peskow hob den kontraproduktiven Charakter der Pläne hervor, Waffen an die Ukraine zu liefern.

Unsere Haltung ist gut bekannt: wir glauben, dass alle Länder, insbesondere jene, die Teil einer Beilegung (des Ukraine-Konflikts) sein wollen, jede Handlung vermeiden müssen, die zu weiteren Spannungen in der bereits schwierigen Region führen könnten, sagte Peskow.

Am Montag berichtete das Wall Street Journal, dass Pentagon und US-Außenministerium einen Plan zur Ausstattung der Ukraine mit Panzer-Abwehr-Raketen und anderer Bewaffnung vorbereitet haben. Laut einem ungenannten hochrangigen Beamten benötige Kiew die amerikanischen "Verteidigungswaffen", um sich vor einer möglichen Aggression seitens Moskaus zu schützen.

Die Ukraine bat Washington wiederholt um Waffenlieferungen, so zuletzt geschehen im Juni bei Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko.

Seit Frühjahr 2014 führt Kiew eine Militäroperation im Südosten des Landes, nachdem die Bevölkerungen in den Regionen Donezk und Lugansk der neuen Regierung, die durch einen Staatsstreich an die Macht kam, die Anerkennung verweigerten. Schätzungen der Vereinten Nationen gehen mittlerweile von etwa 10.000 Toten und 24.000 Verletzten im Ukraine-Konflikt aus.

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