NATO im Kaukasus: US-Panzer und Bundeswehrsoldaten auf dem Weg nach Georgien

NATO im Kaukasus: US-Panzer und Bundeswehrsoldaten auf dem Weg nach Georgien
US-amerikanische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zogen am Montag zur georgischen Hauptstadt Tiflis, berichteten lokale Medien. Die bislang größten NATO-geführten Kriegsspiele mit der Teilnahme Georgiens und Deutschlands sind Teil der jüngsten Aktivitäten des Blocks in der Nähe der russischen Grenzen.

US-Abrams-Panzer und gepanzerte Fahrzeuge des Typs Bradley zogen durch das westliche Georgien nach Tiflis, teilten örtliche Medien mit. Diese merkten auch an, dass Zwischenstopps eingelegt wurden, damit die Einheimischen einen Blick auf die Militärfahrzeuge werfen konnten. Die Kriegsspiele mit dem kaukasischen Staat starteten am Sonntag in den Stützpunkten Vaziani und Camp Norio und wurden in Trainingsgebiete in der Nähe von Tiflis verlegt.

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Die Übungen, die als "die größten, die jemals" zwischen Georgien und der NATO durchgeführt wurden, gelten, werden zwei Wochen lang mit rund 2.800 Soldaten aus NATO-Staaten und ihren Partnerländern durchgeführt. Es nehmen die USA, Großbritannien, Deutschland, die Türkei, Slowenien, Armenien, die Ukraine und Georgien teil. Die letzteren drei Staaten sind keine Mitglieder der Allianz, sondern "arbeiten freiwillig mit" den NATO-Streitkräften zusammen, so eine Erklärung der US-Armee-Europa.

Die Manöver zielen darauf ab, "die Ausbildung, Bewertung und eventuelle Zertifizierung des zweiten Beitrags von Georgiens Leichter Infanteriekompanie zur NATO Response Force (NRF) für 2017 durchzuführen", sagte das US-Militär.

Das Gastgeberland betrachtet die Kriegsspiele als einen Weg, um Stabilität für die Region zu schaffen und der Integration in die NATO näher zu kommen.

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"Diese Übungen helfen Georgien, den NATO-Standards näher zu kommen und die Stabilität in der gesamten Region zu stärken", sagte der georgische Ministerpräsident, Giorgi Kwirikaschwili, bei der Eröffnungszeremonie am Sonntag.

Noble Partner ist eine der 18 Übungen, die in sieben Ländern der Schwarzmeerregion, nahe der russischen Grenze im Sommer 2017 durch das US-Militär durchgeführt werden.

Die Militärmanöver folgen direkt der US-geführten Übung Saber Guardian 2017, die gerade in Ungarn, Rumänien und Bulgarien abgeschlossen wurde. Rund 25.000 Soldaten aus 22 verbündeten und Partnerstaaten waren dort beteiligt und machten es zum "größten der 18 Manöver, die in der Schwarzmeerregion in diesem Jahr durchgeführt werden".

Zuvor veranstaltete die Ukraine die US-geführten Marineübungen Sea Breeze 17 mit rund 2.500 Militärs aus 17 Ländern. Diese Übungen stellten auch eine Eskorte für die militärische Ausrüstung zu den laufenden Übungen in Georgien.

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Bildquelle: Verteidigungsministerium von Georgien

Russland hat seit Langem Bedenken wegen der großen Kriegsmanöver der NATO in der Nähe seiner Grenzen geäußert. Während das Ausmaß der westlichen Übungen die russischen deutlich übersteigt, warnte ein hoher US-Kommandant davor, dass die von Russland und Weißrussland im September geplanten Manöver Zapad 2017 ein "Trojanisches Pferd" für Europa sein könnten. Sowohl Minsk als auch Moskau wiesen die Vorwürfe zurück und teilten mit, dass die Übungen zur "künstlichen Rechtfertigung" des Anstiegs der NATO-Truppen an Russlands Grenzen durchgeführt werden.

Laut dem weißrussischen Verteidigungsminister Andrei Rawkow, sind die NATO, die OSZE sowie mehr als 80 ausländische Beobachter zu den Übungen eingeladen, da es "nichts zu verbergen" gibt.

Die NATO-Besorgnis über die russisch-weißrussischen Manöver wies auch Moskaus Gesandter bei der NATO, Aleksandr Gruschko, zurück und sagte, dass der Militärblock "seine eigenen militärischen Aktivitäten, die grundlos sind und den wirklichen Sicherheitsbedürfnissen widersprechen, kürzen" sollte.