Pentagon soll Bericht zum Kindesmissbrauch durch US-trainierte afghanische Soldaten offenlegen

Pentagon soll Bericht zum Kindesmissbrauch durch US-trainierte afghanische Soldaten offenlegen
Afghanische Jungen imitieren Soldaten, Kunar Provinz, Afghanistan, 1. Juli 2012.
Das Pentagon sollte einen Bericht über sexuellen Missbrauch von Kindern durch die afghanischen Sicherheitskräfte aufdecken, dies forderte "SIGAR", eine Überwachungseinrichtung der US-Regierung. Die notwendigen Informationen zur Aufklärung wurden klassifiziert.

SIGAR (Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction), eine US-Regierungseinrichtung, die unabhängige Informationen zu den Aktivitäten in Afghanistan zusammenträgt, machte dieses Erklärung in ihrem vierteljährlichen Bericht. Hierin geht es um "Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Mitglieder der afghanischen Sicherheitskräfte." Es wird auch diskutiert, inwieweit die Amerikaner afghanische Sicherheitskräfte für ihre Taten verantwortlich machen. Washington sollte Kabul nicht mehr unterstützen, wenn es einen triftigen Grund für die Anschuldigungen des sexuellen Kindesmissbrauchs gibt.

Ein US-Soldat auf der Oqab-Basis, Afghanistan, 27. Juli 2015.

Aber das US-Verteidigungsministerium (DoD) hat die Informationen klassifiziert, auf welche sich der Bericht stützt. SIGAR mahnte in dem Bericht an, dass nach den "Leahy-Gesetzen" die USA kein Land unterstützen dürfen, wenn dieses die Menschenrechte verletze. Aus dem Bericht heißt es weiterhin: 

Maßnahmen zum Opferschutz sind nach wie vor unzureichend, da alle bis auf einen regierungsgeführten Zufluchtsort für Opfer von Menschenhandel während der Zeit des Berichts geschlossen waren.  

Darüber hinaus, wird die afghanische Regierung beschuldigt, keine Standardverfahren für die Identifikation von Opfern oder die Verweisung auf ein Rehabilitierungszentrum in die Wege geleitet zu haben. Die Opfer wurden im Gegenteil kriminalisiert. 

Schon im Jahr 2015 wurde ein Bericht öffentlich, dass US-Truppen Zeugen sexuellen Missbrauchs wurden. Lokale Kommandeure der Afghanen missbrauchten Jungen und obwohl die Soldaten die Schreie der Jungen hörten, wurde ihnen gesagt, diese zu ignorieren. Der Missbrauch lässt sich auf eine afghanische Tradition zurückführen, die als "Bacha Bazi" beschrieben wird, in der pubertäre und vorpubertäre Jungen sexuell ausgebeutet werden.

Das Pentagon wies jede Schuld von sich, dass sie Soldaten mitgeteilt hätte, wegzusehen. Im Jahr 2016 begann der Generalinspekteur des Verteidigungsministeriums eine Nachforschung darüber, wie das US-Militär auf Berichte reagierte, in denen afghanische Sicherheitskräfte und Polizisten in sexuellen Missbrauch verwickelt sind. Daraus ergab sich, dass die Anschuldigungen "ernsthafte Fragen über das internationale US-Gesetz und das Gesetz des Verteidigungsministeriums im Bezug auf Kindesmissbrauch durch afghanische Sicherheitskräfte aufwirft".

Bis jetzt, fehlt es an einem öffentlichen, umfangreichen Bericht des Verteidigungsministeriums. 

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