Afghanistan: Neuer Bericht belegt Scheitern der Amerikaner im Kampf gegen die Taliban

Afghanistan: Neuer Bericht belegt Scheitern der Amerikaner im Kampf gegen die Taliban
Ein US-Soldat auf der Oqab-Basis, Afghanistan, 27. Juli 2015.
Die Opiumproduktion in Afghanistan erfährt einen neuen Boom, Zahlen belegen, dass die Taliban wieder auf dem Vormarsch sind. Führen die Amerikaner in Afghanistan einen ausweglosen Kampf? Der längste Krieg der US-Geschichte zerrt an Moral und Steuergeldern.

Die letzten knapp 16 Jahre in Afghanistan kosteten die Amerikaner rund 714 Milliarden US-Dollar. Die Gelder flossen in die Armee, neue Infrastrukturen und die afghanische Regierung. Aber das Resultat dieser Ausgaben ist nicht zufriedenstellend, denn der neue vierteljährliche Bericht des "SIGAR" (Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction - zu Deutsch: Spezieller Generalinspekteur für den Wiederaufbau Afghanistans) eröffnet, dass die Amerikaner den Kampf gegen das Opium und die Taliban in Afghanistan verlieren. 

Rund 40 Prozent der Bezirke Afghanistans sind in der Hand der Taliban oder anderer bewaffneter Gruppen. Aus dem Bericht geht hervor: 

Vom 1. März bis 31. Mai 2017 verzeichnete die UN 6.525 Sicherheitsvorfälle, ein 21-prozentiger Anstieg gegenüber dem letzten Quartal. Vom 1. Januar 2017 bis 8. Mai 2017 kamen 2.531 afghanische Soldaten um und weitere 4.238 wurden bei Einsätzen verletzt. 

In den nächsten Tagen wird erwartet, dass US-Verteidigungsminister James Mattis eine neue Strategie im Bezug auf Afghanistan vorstellt. Zu erwarten ist die Entsendung von mehr Truppen. Die Nachrichtenseite Al-Jazeera bezog sich auf eine anonyme Quelle in seiner Berichterstattung, laut welcher die Strategie auch eine Reduzierung von US-Truppen bedeuten könnte. 

Es sind nicht nur die Millionensummen, die die Amerikaner in den letzten Jahren in Afghanistan verloren haben. Ein weiteres Problem stellt die Aussichtslosigkeit der Kämpfe in Afghanistan für die Moral der US-Truppen dar in einem Land, in dem auch nach Jahren keine Besserung durch die Präsenz der Amerikaner Einzug gefunden hat. Die Bilanz für US-Soldaten sind 2.400 getötete Soldaten, 20.000 Verwundete und über 30.000 Afghanen, die ihr Leben ließen. Es wird geschätzt, dass in dem endlosen Krieg 225.000 Afghanen Opfer wurden und 2,6 Millionen zu Flüchtlingen im Ausland sowie 1 Million in Afghanistan, als Flüchtlinge im eigenen Land. 

Zusammenschließend sagt der Bericht: 

Auch wenn das Programm Unterstützung der afghanischen nationalen Verteidigung und Sicherheitskräfte lieferte, ist es sehr schwer zu sagen, ob die Hilfe von 457,7 Millionen US-Dollar es wert war, die bei diesen Programmen ausgegeben wurden. 

Jeder US-Soldat in Afghanistan verursacht Kosten von rund 3,9 Millionen US-Dollar pro Jahr. Die Frage nach den Zielen in Afghanistan konnte kein Verteidigungsminister Washingtons in den letzten Jahren hinreichend beantworten. Der Versuch, eine Form der US-Demokratie auf ein Land zu zwingen, welches traditionell durch Stämme der einzelnen Regionen geführt wird, ist gescheitert. Der Bericht belegt die düsteren Aussichten für eine Weiterverfolgung der gleichen Linie.

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