Russland und USA brauchen einen "Neustart oder die Beziehungen stehen vor dem Scherbenhaufen"

Russland und USA brauchen einen "Neustart oder die Beziehungen stehen vor dem Scherbenhaufen"
Moskau fordert die USA auf, ihre konfrontative Politik gegen Russland zu revidieren. Der „Teufelskreis der Vergeltung sollte gebrochen werden“, erklärte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow am Samstag.

Der russische Minister gab das Interview dem US-Fernsehsender ABC, nachdem Moskau entschied, die Zahl des diplomatischen Personals der USA in Russland zu reduzieren. Moskau setzte die Nutzung von sogenannten US-Botschaftslagern auf russischem Boden aus. Im Interview-Ausschnitt stellt RT Deutsch einen Untertitel auf Deutsch zur Verfügung:

Der Schritt, der „lange überfällig“ war, sagte Rjabkow, ist eine Reaktion auf neue Sanktionen der USA gegen Russland. Zur Eskalation beigetragen hat, dass Washington  zuvor diplomatisches Eigentum Russlands beschlagnahmte und russische Diplomaten aus den Vereinigten Staaten auswies.

„Es war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte“, sagte der Diplomat mit Blick auf die „komplett sonderbare und unakzeptable“ Sanktionsentscheidung, die von US-Gesetzgebern am Dienstag verabschiedet wurde.

Der stellvertretende Außenminister forderte die USA auf, die Vergeltungsmaßnahmen zu beenden. Die USA sollten stattdessen ein neues Kapital in den bilateralen Beziehungen mit Russland öffnen, die sich derzeit in einer „miserablen Situation“ befinden.

„Meine Hoffnung ist, dass dieser Teufelskreis der Vergeltung nicht weitergeht. Maßnahmen und Gegenmaßnahmen sollten jetzt aufhören“, äußerte Rjabkow. „Jetzt sollten wir neu anfangen. Das geht an die Adresse meiner Amtskollegen in Washington und auch an Botschafter Tefft. Das muss jetzt stoppen. Wir sollten mit dem Bau eines neuen Hauses beginnen, eines Neubau oder eines Typen. Ansonsten steht alles vor einem Scherbenhaufen.“

US-Präsident Trump wird Gesetzentwurf zu Sanktionen unterzeichnen

Der stellvertretende Außenminister informierte, dass Moskau die Zahl der US-Diplomaten in Russland auf die gleiche Zahl russischer Diplomaten in den Vereinigten Staaten reduzieren wird. Russland wartete sieben Monate, bevor die US-Politik es dazu zwang, diese Maßnahme zu erwägen.

„Wir haben so lange gewartet. Wir dachten, dass es genügend Zeit für die Entscheidungsträger in den USA war, ihre Meinung zu ändern. Es ist nicht passiert“, wand der russische Minister ein. „Jetzt sind wir auf Augenhöhe“, fügte Rjabkow hinsichtlich der Zahl US-amerikanischer und russischer Diplomaten hinzu.

Sollte Washington weiterhin ein taubes Ohr für die Belange Moskaus haben, dann gibt es „eine reichgefüllte Instrumentenbox“, die Russland zur Verfügung steht, mahnte der stellvertretende Außenminister. Während es Rjabkow ablehnte, genaue Informationen über eine russische Reaktion zu geben, da das „unprofessionell“ sei, versicherte er, dass „verschiedene Optionen und Überlegungen auf dem Tisch liegen von symmetrisch bis asymmetrisch“.

„Also wenn die US-Seite beschließt, die Verschlechterung voranzutreiben, werden wir antworten. Wir werden mit der richtigen Art und Weise reagieren. Wir werden das spiegeln und vergelten, aber mein Aufruf ist – macht das nicht. Es ist zum Nachteil für die Interessen der USA. Ich hoffe, dass sogar die größten Gegner Russlands in den USA diese einfache Logik verstehen werden.

 Moskau und Washington befinden sich in einem diplomatischen Konflikt, seit die Obama-Administration Ende 2016 entschied, zwei diplomatische Einrichtungen Russlands in den USA zu schließen und 35 russische Diplomaten auszuweisen. Der Schritt wurde von der russischen Regierung kritisiert. Die USA verletzten das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen. Auch die aktuelle US-Regierung unter Präsident Donald Trump kam den diplomatischen Zerwürfnissen nicht bei.

Am Dienstag beschloss der US-Senat neue Sanktionen gegen die russische Verteidigungsindustrie, Bergbau, Schifffahrt und den Eisenbahnsektor. Das Gesetz muss noch von US-Präsident Donald Trump genehmigt werden. Moskau sieht wenig Chancen, dass der Präsident ein Veto einlegt.

 

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