Tödlicher Hubschrauberabsturz der Bundeswehr in Mali bringt von der Leyen in Bedrängnis

Tödlicher Hubschrauberabsturz der Bundeswehr in Mali bringt von der Leyen in Bedrängnis
Deutsche Verteidigunsministerin Ursula von der Leyen in Mali beim Besuch deutscher Drohnenpiloten in Gao, Mali, 19. Dezember 2016.
Zwei Bundeswehrsoldaten kamen gestern bei einem Absturz eines Militärhubschraubers in Mali ums Leben. Ermittlungen zur Ursache des Absturzes wurden aufgenommen. Es wird ein technischer Defekt vermutet, der zum Nachteil von der Leyens werden könnte.

Ein Expertenteam der Bundeswehr untersucht derzeit die Ursachen des Absturzes. Es handelte sich um einen Bundeswehrhubschrauber vom Typ Tiger, der gestern in Mali abstürzte und bei dem zwei Soldaten ums Leben kamen. Nun soll der Flugschreiber Aufschluss über die Absturzursache liefern. 

Ein Tiger-Kampfhubschrauber der Bundeswehr während einer Flugdemonstration in Grafenwöhr. (Symbolbild)

Der Absturz führte zum Stopp des Routine-Flugbetriebs der Hubschrauber vom gleichen Typ. Es gäbe aber keine Hinweise auf einen Unfall durch Fremdeinwirkung. Es wird ein technischer Defekt vermutet. Ein solcher würde ein schlechtes Licht auf die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen werfen, die immer wieder die gute Ausrüstung der Soldaten rühmt. 

Der Hubschrauber stürzte bei der Beobachtung von Kampfhandlungen am Boden ab, sagte ein Sprecher des UN-Generalsekretärs in New York der dpa. Rettungskräfte seien zur Unfallstelle geschickt worden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wurde von dem Unglück am Mittwoch auf ihrer Sommerreise im oberbayerischen Pöcking unterrichtet. Ein Sprecher der Bundeswehr sprach dort zunächst von einem "ernsten Zwischenfall in einem Einsatzland." Die Aufklärung dauere noch, weshalb man sich noch nicht zu Details äußern könne, hieß es am Mittwochabend.

Die Mission Minusma der Vereinten Nationen (UN) soll zur Stabilisierung Malis und zur Umsetzung eines Friedensabkommens beitragen. Nach Angaben der Bundeswehr umfasst sie derzeit rund 13.000 Blauhelm-Soldaten und knapp 2.000 Polizisten. Die Bundeswehr kann sich mit bis zu 1.000 Soldaten an dem Einsatz beteiligen, das Mandat erlaubt auch den Einsatz von Waffen. An der Mission beteiligen sich derzeit 875 Bundeswehrsoldaten. Die Truppe ist in der ehemaligen Rebellenhochburg Gao stationiert.

Ein Augenzeuge eines zweiten Tiger-Hubschraubers unmittelbar hinter der Unglücksmaschine berichtete: 

[Der Hubschrauber ist] urplötzlich und ohne einen Notruf mit der Nase nach vorne abgekippt und dann sofort im Sturzflug zu Boden gegangen.

Der Tiger-Hubschrauber führt immer wieder zu Problemen und es mangelte an Piloten, was zu zeitlichen Belastungen für die wenigen einsatzbereiten Piloten führe. 

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