Umsetzungen im Weißen Haus: Sarah Sanders wird neue Pressesprecherin

Umsetzungen im Weißen Haus: Sarah Sanders wird neue Pressesprecherin
Der Kommunikationsdirektor des Weißes Hauses Anthony Scaramucci ernennt die neue Pressesprecherin Sarah Sanders am 21. Juli.
Nur wenige Stunden nach dem Rücktritt des Pressesprechers des Weißen Hauses, Sean Spicer, ist seine Nachfolgerin schon bekannt. Sarah Huckabee Sanders, bisherige Vize-Sprecherin, soll den Posten übernehmen. Dies teilte der neu ernannte Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci am Freitag mit.

Sarah wird Pressesprecherin, erklärte Scaramucci gegenüber Journalisten.

Sanders, Tochter des republikanischen Politikers und gegen Trump unterlegenen Präsidentschaftsbewerbers Mike Huckabee, hatte bereits in den vergangenen Wochen mehrfach die Pressbriefings mit Reportern im Weißen Haus geleitet.

Zuvor war bekannt geworden, dass Spicer nach einem Streit mit US-Präsident Donald Trump zurückgetreten ist. Spicer soll sich vehement gegen die Ernennung des Unternehmers und Bankierers Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor im Weißen Haus ausgesprochen haben.

Sprecher des Weißen Hauses Sean Spicer tritt zurück

Trump hatte Scaramucci den Job am Freitagmorgen angeboten. Spicer soll diesen Schritt als "großen Fehler" bezeichnet haben. Trump hat Medienberichten zufolge versucht, Spicer zum Bleiben zu überreden, habe ihn aber nicht umstimmen können.

Scaramucci gehört zu den schillernden Figuren der US-Finanz-Szene. Er hatte früher bei Goldman Sachs gearbeitet und wurde dann Vermögensverwalter. Scaramucci war Trumps Berater in seinem Übergangsteam 2016.

Das Verhältnis zwischen Spicer und Scaramucci gilt als belastet. Scaramucci gilt auch als Gegenspieler von Trumps Stabschef Reince Priebus. Spicer und Priebus kommen aus dem Parteigefüge der Republikaner, der Investor Scaramucci ist wie Trump ein Außenseiter und kommt aus dem Dunstkreis der Wall Street.

Womit Sean Spicer berühmt wurde

Sean Spicer war vom ersten Tag der Amtsübernahme Trumps an umstritten. Er hatte sich am Tag nach der Amtseinführung des Präsidenten einen heftigen Streit mit Journalisten über die Zahl der Besucher bei der Zeremonie vor dem Kapitol in Washington geliefert.

In den sechs Monaten seiner Zeit als Sprecher des Weißen Hauses lieferte er immer  heftige Wortgefechte mit Journalisten. 

Der 45-Jährige wurde deshalb zum Thema in zahlreichen Comedy-Sendungen des US-Fernsehens. Schon öfter wurde spekuliert, Trump sei unzufrieden mit seiner Arbeit und Spicer stehe vor der Entlassung. Zuletzt hatte er sich aus der Öffentlichkeit stärker zurückgezogen und die Pressebriefings seiner bisherigen Stellvertreterin Sarah Sanders überlassen.

Für Beachtung sorgte vor allem auch sein Hitler-Vergleich: 

Nicht einmal ein so verachtenswerter Mensch wie Hitler hat Chemiewaffen eingesetzt“, sagte er in April im Hinblick auf mutmaßliche Chemiewaffenattacke in Syrien. 

Dies wurde weltweit als eklatantes Beispiel der Holocaust-Leugnung gewertet.