Umfrage von Le Monde: 60 Prozent der Franzosen fühlen sich in Frankreich nicht mehr zu Hause

Umfrage von Le Monde: 60 Prozent der Franzosen fühlen sich in Frankreich nicht mehr zu Hause
Laut statista.com lag der Ausländeranteil in Frankreich in 2016 bei 6,6 Prozent. In Deutschland lag er bei 10,53 Prozent.
Laut einer von der französischen Tageszeitung Le Monde in Auftrag gegebenen Umfrage über das Institut Ipsos finden 65 Prozent der Franzosen, dass es in Frankreich "zu viele Ausländer" gibt. Zudem sagen 60 Prozent, dass sie sich nicht mehr zu Hause fühlen.

Über 60 Prozent der Franzosen sind der Ansicht, dass Einwanderer sich nicht genug Mühe dabei geben, sich zu integrieren. 46 Prozent räumen ein, dass Integration ein komplizierter Prozess ist. Dabei variieren die Prozentsätze je nach der politischen Ausrichtung der Befragten. So sagen 95 Prozent der Anhänger des Front National, dass es zu viele Ausländer in Frankreich gibt. Bei den Republikanern liegt die Zahl bei 83 Prozent, eine Zunahme von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Sozialisten finden 46 Prozent, dass es zu viele Ausländer in Frankreich gibt.

Arbeiter besorgter als Führungskräfte

Auch eine Spaltung nach Gesellschaftsschichten lässt sich ausmachen. Bei den Arbeitern klagen 77 Prozent über ihren Eindruck einer Überfremdung des Landes, bei den Führungskräften sind es 46 Prozent. Auch der Islam bleibt ein umstrittenes Thema in Frankreich.

Eine weitere Ipsos-Jahresumfrage mit dem Titel "French Fractures 2017" zeigt, dass 60 Prozent der Befragten glauben, dass der Islam mit den Werten der Französischen Republik unvereinbar ist. Ganze 78 Prozent der Franzosen schätzen den Islam als eine Religion ein, die versuche, anderen Menschen ihre Lebensweise aufzuzwingen.  

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Zudem finden 46 Prozent, dass, auch wenn dies nicht die wichtigste Botschaft des Islam sei, dieser dennoch zumindest ein grundlegendes Potenzial an Gewalt und Intoleranz beinhalte. Dieser Wert stieg um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Werte in den französischen Umfragen entsprechen in etwa den Ergebnissen einer Umfrage aus dem Jahr 2016 in Deutschland.

Islam: Deutsche Bürger empfinden ähnliche Vorbehalte wie französische

Damals hatten rund 70 Prozent der Deutschen behauptet, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Die repräsentative Umfrage vom Vorjahr hatte das Meinungsforschungsinstitut YouGov für den TV-Sender SAT.1 durchgeführt. Laut der Umfrage sind 51 Prozent der Befragten der Meinung, dass die islamische Religion eine Legitimation zur Gewalt beinhalte, 31 Prozent hingegen stimmten dieser Aussage eher nicht oder überhaupt nicht zu.

Nur 25 Prozent befürworteten die These, Vertreterinnen eines Staates sollte es erlaubt sein, als Zeichen ihres muslimischen Glaubens ein Kopftuch zu tragen - 65 Prozent stimmten dieser Aussage hingegen eher nicht oder überhaupt nicht zu.

Mit 32 Prozent war fast ein Drittel der Befragten der Meinung, dass sich der persönliche Alltag durch eine zunehmende Anzahl von Muslimen in Deutschland in negativer Weise verändere. Neun Prozent machten zu dieser Frage keine Angabe oder wussten es nicht. Rund 57 Prozent hingegen fanden, der Alltag werde durch die Einwanderung von Muslimen nicht beeinflusst. Jedoch teilten 71 Prozent der Befragten die Sorge, dass der Einfluss des Islam in Deutschland zu groß werden könnte.

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