UNO: Forderung nach Schließung von Al-Jazeera inakzeptabel

UNO: Forderung nach Schließung von Al-Jazeera inakzeptabel
Mit Seid bin Ra’ad Seid Al-Hussein wurde 2014 um ersten Mal ein Muslim aus der arabischen Welt zum UNO-Hochkommissar für Menschenrechte.
Einen „inakzeptablen Angriff“ auf das Recht der freien Meinungsäußerung nannte am Freitag der Hohe Kommissar für Menschenrechte die Forderung Saudi-Arabiens und drei weiterer Länder an Katar, den Sender Al-Jazeera zu schließen.

Der Hohe Kommissar für Menschenrechte der Uno, Seid bin Ra’ad Seid Al-Hussein, ist "äußerst besorgt über die Forderung, dass Katar das Al-Jazeera-Netzwerk, sowie andere Medien schließt", sagte sein Sprecher Rupert Colville der Presse am Freitag. 

Am 22. Juni adressierten das Königreich Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten einen Forderungskatalog an Katar, in dem sie neben 12 weiteren Punkten die Schließung des Fernsehsenders Al-Jazeera verlangten. Dem ging am 6. Juni eine Blockade gegen das kleine Scheichtum voraus.

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Außer Al-Jazeera sollten eine Reihe weiterer Medien und Nachrichtenbetriebe eingestellt werden, darunter Arabi21Rassd News Network, Al Araby Al-Jadeed (The New Arab) und das einflussreiche Portal Middle East Eye. Die Forderungen würden damit einen signifikanten Teil der Berichterstattung aus dem Nahen und Mittleren Osten treffen.

Ob Sie es schauen, mögen oder mit seinen redaktionellen Standpunkten einverstanden sind oder auch nicht, Al-Jazeeras arabischen und englischen Kanäle sind legitim und haben viele Millionen Zuschauer. Die Forderung, dass sie kurzerhand eingestellt werden sollen, ist aus unserer Sicht ein inakzeptabler Angriff auf das Recht auf freie Meinungsäußerung", sagte Colville. 

Die Meinungsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung sind in Artikel 19 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert.