Iranischer Außenminister sieht in Trumps Einreiseverbot eine "Einladung an Extremisten"

Iranischer Außenminister sieht in Trumps Einreiseverbot eine "Einladung an Extremisten"
Ein Reisender am Washington Dulles International Airport kurz nachdem das oberste US-Gericht das Trump-Einreiseverbot teilweise zuließ, Virginia, USA, 26. Juni 2017-
Das oberste US-Gericht entschied gestern eine teilweise Zulassung des Einreiseverbots, welches Trump initiiert hatte. Bürger aus sechs islamischen Ländern sind betroffen, darunter auch aus dem Iran. Außenminister Zarif sieht dies als ein Angebot an "Extremisten".

Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif sagte am Dienstag, dass er enttäuscht über die Entscheidung des obersten US-Gerichts sei. Einreisen dürfen die Staatsbürger aus dem Iran, aus Jemen, aus dem Sudan, aus Libyen, Somalia und Syrien nur, wenn sie sogenannte "bona fide"-Beziehung – vor allem Verwandtschaft - mit den USA haben. 

Das Weiße Haus begründet Trumps Maßnahme mit Interessen der nationalen Sicherheit, über die der Präsident die Entscheidungsbefugnis habe. Javad Zarif nahm am Dienstag dazu Stellung: 

Wir glaubten immer, dass das muslimische Einreiseverbot, welches Präsident Trump kurz nach seinem Amtsantritt hervorbrachte, keine Basis an Fakten hatte und nicht helfen würde, den Terrorismus zu bekämpfen. 

Das im Januar von US-Präsident verhängte Einreiseverbot hat viele Proteste nach sich gezogen, hier vor dem Bundesberufungsgericht in Seattle, Washington am 15. Mai

Er nannte das Einreiseverbot ein "grosses Geschenk" an Extremisten. Saudi-Arabien nannte er im Speziellen nicht. Aber er sieht in dem Einreisestop eine Verurteilung von Menschen, die sich noch nie eines Terrorakts schuldig gemacht haben, während Bürger von Ländern, die in vergangene Angriffe involviert waren, nicht betroffen sind:

Für einige Terroristen und die Unterstützer für Terrorismus wird anhand der Waffen gemessen, die sie von den USA erwerben, und nicht anhand deren direkter Involvierung in Terrorakte. 

Hiermit bezog sich Zarif auf den Milliarden-Waffen-Deal den Trump mit Saudi-Arabien bei seiner ersten Auslandsreise schloss. Saudi-Arabien ist von dem Einreiseverbot ausgeschlossen.