Sergej Lawrow: US-geführte Koalition muss „sehr gefährliches Spiel“ mit Al-Nusra in Syrien stoppen

Sergej Lawrow: US-geführte Koalition muss „sehr gefährliches Spiel“ mit Al-Nusra in Syrien stoppen
Der russische Außenminister
Der russische Außenminister Sergei Lawrow warf der US-geführten Antiterrorkoalition vor, sich widerwillig zu zeigen, Stellungen der Al-Nusra Front in Syrien zu bombardieren und rief dazu auf, bisherige Doppelstandards zugunsten eines kompromisslosen Kampfes gegen Terrorismus aufzugeben.

Es gibt einen starken Eindruck, der auf unserem Kampf gegen Terrorismus in Syrien basiert, dass die so genannte Al-Nusra, oder wie immer sie jetzt heißen, jedes Mal von den Koalitionskräften verschont werden, die von den USA und ihren Verbündeten angeführt werden

Dies sagte Lawrow bei einer Pressekonferenz in Moskau. Der Außenminister erklärte, dass „in den letzten paar Tagen neue Beweise ans Licht gekommen sind“, die darauf hindeuten, dass die US-geführten internationalen Streitkräfte weiter „den Druck abbauen“ gegenüber dem Al-Kaida-Ableger in Syrien.

Er verurteilte, dass die US-Koalition die Terrorgruppe nur "widerwillig ins Ziel" nehme. Dies sei „ein extrem gefährliches Spiel“. Lawrow rief dazu auf „alle Doppelstandards und jegliche Hintergedanken“ zu Gunsten eines „kompromisslosen“ Kampfes gegen Terrorismus aufzugeben.

Kürzlich hatte Lawrow in einem Telefongespräch mit seinem amerikanischen Amtskollegen Rex Tillerson betont, wie wichtig es sei, dass Provokationen gegen die syrische Armee vermieden werden. Er rief die USA dazu auf, ihren Kampf gegen Dschihadisten in Syrien zu intensivieren. Das Telefongespräch mit dem amerikanischen Außenminister kam auf dessen Initiative hin zustande.

Moskau äußert sich zunehmend kritisch zu Washingtons Vorgehen in Syrien, seitdem die USA im April die Luftwaffenbasis Schairat bombardierten. Nach amerikanischer Darstellung sollte dies eine Strafmaßnahme für einen unbewiesenen Chemieangriff in der syrischen Provinz Idlib gewesen sein. In Gesprächen zwischen Lawrow und Tillerson in Moskau kamen die Minister laut Sergei Lawrow überein, dass solche „hochprovokativen“ Vorkommnisse wie der US-Luftschlag „nicht mehr vorkommen sollten.“

Jedoch wurde am 18. Juni ein syrisches Su-22 Kampfflugzeug über der Rakka-Provinz durch die US-geführte Koalition abgeschossen. Der Vorfall wurde vom stellvertretenden russischen Außenminister Sergej Rjabkow als „Akt der Aggression“ und „tatsächliche Hilfe für die Terroristen die die USA bekämpfen“ bezeichnet.

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Während Washington argumentiert, es hätte den Jet abgeschossen weil dieser Bomben auf US-verbündete Milizen abgeworfen hätte, die den Islamischen Staat bekämpfen, weist Damaskus diese Vorwürfe zurück mit dem Hinweis, dass das Flugzeug gerade inmitten eines Einsatzes gegen IS-Militante war.

Letzte Woche sage Lawrow, dass Moskau bisher noch nicht eine „detaillierte Erklärung“ dafür bekommen habe, warum Washington das syrische Kampfflugzeug ins Ziel genommen hatte.

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