Massiver Cyberangriff in der Ukraine – Computer in Banken, Ämtern und Flughäfen offline gesetzt

Massiver Cyberangriff in der Ukraine – Computer in Banken, Ämtern und Flughäfen offline gesetzt
Massiver Cyberangriff in der Ukraine – Computer in Banken, Ämtern und Flughäfen offline gesetzt
In der Ukraine haben Hacker mehrere Banken, Unternehmen und der größte hauptstädtische Flughafen Borispol angegriffen. Rechner im Regierungsgebäude in Kiew seien ebenso offline gesetzt worden.

Das ukrainische Nachrichtenportal Hromadske berichtet unter Berufung auf die Pressestelle des AKW Tschernobyl, dass die Service-Dienste des Kernkraftwerkes außer Betrieb seien.

"Unser Netzwerk scheint ausgefallen zu sein. Dieses Bild erscheint auf allen Bildschirmen im Ministerkabinett", schrieb der ukrainische Premier Pawel Rosenko auf Facebook.

"Computer funktionieren im Regierungssitz nicht", erklärten die Kiewer Behörden gegenüber Interfax. Geheimdienste ermitteln den Cyberangriff.

Das lokale Netzwerk im Flughafen Borispol wurde auch betroffen, sodass die Angaben zur Ankünften und Abflügen auf seiner Webseite nicht angezeigt werden. Trotzdem Funktionieren die Flugsicherungssysteme korrekt und der Flugverkehr an sich wurde nicht gestört.

Das IT-Unternehmen Group-IB hat gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mitgeteilt, dass die betroffenen Computer mit der Malware Petya.A. befallen seien.

Das Schadprogramm blockiert den jeweiligen Computer und fordert 300 US-Dollar in Form von Bitcoins. Die Attacke hat gegen 14 Uhr begonnen. Das Virus verbreitet sich in lokalen Netzen wie WannaCry“, hieß es in der Firma Group-IB.

Mehr lesen - Erpresser-Virus "WannaCry" verursacht Schaden von einer Milliarde Dollar in weniger als einer Woche

Dasselbe Virus nannte das Logistikunternehmen Nowa Poschta (Neue Post) als Grund dessen, dass sein Dienst lahmgelegt worden war.

Medienberichten zufolge sind von der Cyberattacke auch der Stromversorger Kiewenergo, das Telekommunikationsunternehmen Ukrtelecom, das Geldhaus Oschtschadbank und viele andere Unternehmen betroffen. Aus Angst vor möglichen Schäden schalten viele kleinere Firmen ihre Rechner vom Internet ab, berichtet das Nachrichtenportal Ain.ua.

Inzwischen nimmt die Kiewer U-Bahn keine Bankkarten als Zahlungsmittel für die Fahrten an.