Weißes Haus halluziniert erneut von chemischen Waffen in Syrien

Weißes Haus halluziniert erneut von chemischen Waffen in Syrien
Die Beraterin des Weißen Hauses und Tochter des Präsidenten, Ivanka Trump, im Gespräch mit dem Pressesprecher Sean Spicer, 14. Juni 2017.
Nachdem die westliche Version über einen angeblichen Giftgas-Angriff in Syrien öffentlich ins Wanken gerät, legt die US-Regierung nach und besteht auf ihrer Giftgas-Propaganda. Unterdessen greifen amerikanische und israelischen Truppen wiederholt die syrische Armee an.

Die Trump-Regierung behauptete am Montag, sie würde über Hinweise verfügen, dass die reguläre syrische Armee einen Angriff mit Giftgas vorbereiten würde. Wider besseren Wissens hatte der US-Präsident im April einen Raketenangriff auf Syrien veranlasst. Nachdem die syrische Luftwaffe ein Quartier von Dschihadisten in der Provinz Idlib bombardiert hatte, waren vermutlich giftige Gase ausgetreten. Die Propaganda-Abteilung der vom Ausland unterstützten Milizen hatte daraufhin Fotos verbreitet, die belegen sollten, dass es sich um einen Giftgas-Angriff gehandelt habe. 

Westliche Medien und Politiker übernahmen die Erzählung der Dschihadisten und verbreiteten sie ungeprüft weiter. Donald Trump ordnete daraufhin an, dass amerikanische Streitkräfte einen Flughafen in Syrien bombardieren. Aufgrund des umsichtigen Verhaltens der syrischen und russischen Streitkräfte kam es dabei nur zu geringen Schäden. Der größte Teil der amerikanischen Tomahawk-Raketen erreichte ihr Ziel nicht. 

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Gerade erst am vergangenen Wochenende hatte der renommierte Journalist Seymor Hersh eine Recherche veröffentlicht, in der er nachzeichnet, wie Donald Trump aufgrund mangelnder Erfahrung und durch Ignoranz gegenüber seinen Beratern zu der fatalen Fehlentscheidung kam. Bereits wenige Stunden nachdem der aktuelle US-Präsident die von den Dschihadisten verbreiteten Fotos gesehen hatte, habe Trump einen „Vergeltungsschlag gegen Syrien“ beauftragt.

Ein amerikanischer Sicherheitsberater erklärte:

„Er tat dies, bevor er überhaupt mit irgendjemandem darüber gesprochen hatte. Die Planer fragten dann bei CIA und DIA nach, ob es irgendeinen Beweis dafür gebe, dass Assad in einem der nahe gelegenen Flughäfen oder irgendwo in der Gegend Sarin lagern würde.“ Die Antwort sei gewesen: „Wir haben keinen Beweis dafür, dass Syrien Sarin hatte oder einsetzte.“

Ex-CIA-Offizier und Terrorismusexperte Giradi

Die Einschätzungen der amerikanischen Geheimdienste lautete zudem, dass es keine Reste von Sarin auf dem Al-Schairat-Flugplatz gebe, von dem die syrischen Su-24-Bomber den Angriff am 4. April gestartet hatten. Zudem habe „Assad kein Motiv, politischen Selbstmord zu begehen.“ Völlig unabhängig von der damaligen Sachlage und ohne irgendwelche Belege stieß ein Sprecher des Weißen Hauses nun am Montag erneut Drohungen in Richtung Syrien aus.

Sean Spicer, der Sprecher des Präsidenten, behauptete gewunden, die syrische Regierung unternehme Aktivitäten „vergleichbar mit denjenigen, bevor sie einen chemischen Angriff im April ausführte“. Syrien würde einen „großen Preis zahlen“, wenn es einen Angriff ausführe.

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"Die Vereinigten Staaten haben potenzielle Vorbereitungen für einen weiteren Angriff mit chemischen Waffen durch das Assad-Regime identifiziert, der wahrscheinlich zum Massenmord an Zivilisten, einschließlich unschuldiger Kinder, führen würde", behauptete Spicer.

Laut russischen Quellen hatten Außenminister Rex Tillerson und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow kurz zuvor telefonisch über den Syrien-Konflikt gesprochen. Dabei ging es unter anderem darum, wie der Waffenstillstand weiter entwickelt wird, der durch russische und türkische Vermittlung bereits seit Dezember immer weiter ausgeweitet wird. Gleichzeitig hatten amerikanische und israelische Militär in den letzten Wochen begonnen, die syrische Armee direkt anzugreifen.