Schwere Ausschreitungen in London während Demonstration gegen Polizeigewalt

Schwere Ausschreitungen in London während Demonstration gegen Polizeigewalt
Ob das vorläufige Statement der Polizei zu den Umständen des Todes von Da Costa die Gemüter beruhigen kann, bleibt abzuwarten.
Sechs Polizisten wurden nach heftigen 12-stündigen Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten im Osten Londons verletzt. Die Demonstrationen entzündeten sich am Tod eines Mannes, der sechs Tage nach einer routinemäßigen Verkehrskontrolle durch Polizisten verstorben ist.

Vier der verletzten Polizisten wurden ins Krankenhaus gebracht - darunter ein weiblicher Offizier mit Kopfverletzungen und ein männlicher Sergeant mit Gesichtsverletzungen. Es gab offenbar zwei separate Demonstrationen in den Stadtteilen Stratford und Waldtor, bei denen Mülltonnen in Brand gesetzt wurden. Laut Scotland Yard wurden vier Menschen festgenommen. Der Auslöser für die Proteste war der Tod des 25-jährigen Edir Frederico Da Costa, der sechs Tage, nachdem er während einer Verkehrskontrolle festgenommen worden war, verstorben ist.

Laut der Familie von Da Costa hatte er ein gebrochenes Genick und schwere Kopfverletzungen. Nach dem Tod von Da Costa versammelten sich wütende Menschenmassen vor der Waldtor-Polizeistation und machten die Londoner Metropolitan-Polizeibeamten für den Tod Da Costas verantwortlich. Schätzungsweise 200 Personen forderten während der Proteste "Gerechtigkeit für Edson".

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Unter den Demonstranten waren auch Vermummte. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, als Demonstranten begannen, Geschosse in Richtung der Polizei zu werfen. Zudem kam es zu Brandlegungen, unter anderem in unmittelbarer Nähe einer Tankstelle, wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtete.

Die Unabhängige Polizei-Beschwerdekommission (IPCC) hat eine Untersuchung über die Umstände der Verhaftung und des Todes von Da Costa begonnen. Laut der "Daily Mail" erklärte die IPCC nach einer vorläufigen Autopsie, dass es keine "von der Polizei verursachten Wirbelverletzungen" gäbe. Am Freitag postete die Polizei eine Erklärung auf Twitter:

Heute haben wir die Familie von Herrn Da Costa kontaktiert, um mit ihnen die Erkenntnisse des Pathologen zu teilen, und wir sind jetzt in der Lage, einige Fehlinformationen zu korrigieren, die weitgehend in sozialen Medien geteilt werden. Die vorläufige Obduktion kam zu dem Ergebnis, dass Herr Da Costa keinen Genickbruch oder andere Verletzungen der Wirbelsäule während der Interaktion mit der Polizei erlitten hat.

Wann die Untersuchungen der IPCC komplett abgeschlossen sind, ist nicht bekannt.

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