Erdoğan sieht in Forderungen der Golfstaaten an Katar die Verletzung internationalen Rechts

Erdoğan sieht in Forderungen der Golfstaaten an Katar die Verletzung internationalen Rechts
Tayyip Erdogan bei einem Treffen mit dem Außenminister Bahrains Shaikh Khalid bin Ahmed bin Mohammed Al Khalifa in Istanbul, Türkei, 10. Juni 2017.
Katar erhält Unterstützung vom türkischen Präsidenten. Erdoğan sieht hierin die Verletzung internationalen Rechts. Doha hatte eine Forderungsliste mit 13 Punkten erhalten, die das Land erfüllen muss, um die Blockade zu beenden. Erdoğan versprach der Regierung Dohas weitere Hilfsmaßnahmen.

Der türkische Präsident unterstützt Katar gegen seine Isolation. Es ist die schlimmste politische Krise in der Region. Katar hatte den Erhalt einer Forderungsliste von Saudi-Arabien und anderen Staaten bestätigt, die sich an der Blockade des Emirats beteiligen. Derzeit würden die darin enthaltenen Forderungen und ihre Grundlagen analysiert, um eine angemessene Antwort vorzubereiten und sie dann Kuwait zu übergeben, meldete die staatliche katarische Nachrichtenagentur QNA unter Berufung auf das Außenministerium.

Insgesamt gebe es in der Forderungsliste 13 Punkte, die Katar zu erfüllen habe, berichtete QNA. So müssten die diplomatischen Beziehungen Katars zum Iran reduziert, die Vertretungen dort geschlossen, Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden ausgewiesen sowie gemeinsame militärische oder geheimdienstliche Kooperationen beendet werden. Zudem müsse der derzeit im Bau befindliche türkische Militärstützpunkt sofort geschlossen werden, auch jedwede militärische Kooperation mit der Türkei in Katar müsse aufhören.

Am Ende eines Gebets zum Zuckerfest erklärte Erdoğan am Sonntag in Istanbul, dass die Forderungen ein Angriff auf die Souveränität Katars seien. Weiterhin sagte er, dass die Türkei die Resistenz Katars gegen den Druck aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Ägypten bewundere. Der Regierung in Doha versprach Erdoğan Unterstützung gegen die Sanktionen. 

Saudi-Arabien und seine Alliierten sehen in der Muslimbruderschaft eine Terrororganisation, Iran als eine existenzielle Bedrohung und Al-Jazeera als ein Propagandainstrument, welches Katar nutzt, um sich in inländische Angelegenheiten einzumischen. 

Aus Saudi-Arabien ausgewiesene katarische Kamele sammeln sich an der Grenze. Weil Katar zuwenig Fläche hat, durften die Tierbesitzer ihre Kamele bisher in Saudi-Arabien weiden lassen, Katar 20. Juni 2017.

Doha sieht das Ultimatum der Boykott-Länder als "unrealistisch" und "unangemessen" an. Die Türkei hat bereits ein Truppenkontingent und Lebensmittellieferungen nach Katar entsandt. Erdoğans Berater Ibrahim Kalin sagte am Donnerstag:

Wir wollen keine Spannungen jeglicher Form mit irgendeinem Golfstaat. Wir wollen auch nicht, dass zwischen den Ländern Streitigkeiten herrschen. Dies seit Beginn der Krise unser Ansatz. 

Der türkische Präsident hat die Forderung arabischer Staaten nach einem Ende der militärischen Kooperation seines Landes mit Katar als "Respektlosigkeit" bezeichnet. "Wenn wir mit irgendeinem Land ein Verteidigungsbündnis abschließen, fragen wir etwa jemanden um Erlaubnis?", sagte Erdoğan am Sonntag vor Journalisten in Istanbul.