Weltflüchtlingstag: UN würdigen Einsatz für Flüchtlinge - Maas fordert Einwanderungsgesetz

Weltflüchtlingstag: UN würdigen Einsatz für Flüchtlinge - Maas fordert Einwanderungsgesetz
Millionen Menschen weltweit helfen Flüchtlingen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind - zum Weltflüchtlingstag haben die Vereinten Nationen diesen Einsatz besonders gewürdigt.

Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi, lobte Dörfer,  Städte und Gemeinden, die Flüchtlingen ein sicheres Zuhause bieten, ihre Schulen, Arbeitsstätten und Gemeinschaftseinrichtungen öffnen.

Wir leben in einer Welt mit viel Ungewissheit, in wirtschaftlich labilen Zeiten, mit politischen Umbrüchen und Gewalt - manchmal möchten wir die Augen und unsere Türen davor schließen. Aber Angst und Ausschluss machen die Lage nicht besser für uns, das bringt nur Hürden, Entfremdung und Verzweiflung, so Grandi am Dienstag.

Flüchtlingshochkommissar würdigt Einsatz für Flüchtlinge

In aller Welt erinnerten Flüchtlinge und Gastgeber mit Festen, gemeinsamen Koch- oder Sportveranstaltungen und anderen Initiativen an den Weltflüchtlingstag.

Grandi besuchte am Dienstag ein Flüchtlingslager und eine Schule in Gambella in Äthiopien. Das Land ist selbst bitterarm und beherbergt trotzdem mehr Flüchtlinge als Deutschland - 790 000 nach UNHCR-Angaben. Die meisten stammen aus dem Bürgerkriegsland Südsudan.

Weltweit waren im vergangenen Jahr mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie nie zuvor. Allein in Syrien mussten zwei Drittel der Einwohner aus ihrer Heimat fliehen. Dort kämpfen seit mehr als sechs Jahren Regierungstruppen, zum größten Teil dschihadistisch geprägte Rebellen sowie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) um die Vorherrschaft. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien, Afghanistan und Südsudan.

Die meisten Geflüchteten - 84 Prozent - sind in Nachbarländern der Krisenregionen untergekommen. Danach ist Deutschland das größte Aufnahmeland auf Platz 8, mit 669 500 Flüchtlingen nach Angaben des UNHCR.

Neue Rekordzahl an Flüchtlingen weltweit

"Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz", sagte Justizminister Heiko Maas anlässlich des Weltflüchtlingstags und betonte:

Wir sind längst ein Einwanderungsland, also sollten wir die Einwanderung gebündelt regeln. Ohne Menschen aus anderen Ländern wird Deutschland nicht so stark bleiben, wie es ist.

Gerade minderjährige Flüchtlinge in Deutschland hätten Bedarf an klaren Anlaufstellen für ihre verschiedenen Probleme, wie die Kinderhilfsorganisation Plan mitteilte. Ebenso wünschten sie sich mehr Frauen als Ansprechpartnerinnen, etwa Dolmetscherinnen. Mehrere junge Flüchtlinge aus Hamburg überreichten im Familienministerium Empfehlungen, die sie zusammen als Plan für Mindeststandards zum Schutz in Flüchtlingsunterkünften erarbeitet hatten.

(dpa/rt deutsch)