Mindestens zwei Tote bei Anschlag auf schiitische Moschee in Kabul

Mindestens zwei Tote bei Anschlag auf schiitische Moschee in Kabul
Afghanische Sicherheitsbehörden untersuchen einen Anschlag in Herat am 6. Juni
Bei einem Anschlag auf eine Schiitenmoschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens zwei Menschen getötet und sechs verletzt worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am späten Donnerstagabend in Kabul mit. Der Sender Tolo TV berichtete von mindestens sechs Toten und zehn Verletzten.

Die genannten Details des Angriffs blieben zunächst widersprüchlich. Der Leiter der Kabuler Kriminalpolizei, General Mohammed Salim Almas, sagte, nach ersten Erkenntnissen habe sich ein Selbstmordattentäter am Tor der Moschee in die Luft gesprengt. Ein weiterer Angreifer habe über die Küche in die Haupthalle der Moschee eindringen wollen, sei dort aber identifiziert worden und habe angefangen, um sich zu schießen. Nach einer Beschreibung des Innenministeriums hat der Selbstmordattentäter sich in der Küche in die Luft gesprengt.

Der Anschlag traf eine schiitische Moschee im Viertel Dascht-e Bartschi im Westen der Stadt, das mehrheitlich von Hasaras bewohnt wird. Die Angehörigen dieser ethnischen Minderheit sind Schiiten. Es wird vermutet, dass die Moschee voll war, weil der 21. Tag des Fastenmonats Ramadan für Schiiten ein besonderer Feiertag ist.

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Bilder auf sozialen Medien zeigten das raucherfüllte Innere einer mit roten Teppich ausgelegten Moschee. Abgesprengte Wand- oder Deckenfliesen lagen zwischen Scherben und Putzbrocken.

Dies ist nach Angaben der DPA der neunte große Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Jahresbeginn. Hunderte Zivilisten wurden getötet und verletzt. Erst Anfang Juni waren bei zwei schweren Anschlägen und blutigen Demonstrationen für mehr Sicherheit im Land innerhalb von vier Tagen rund 180 Menschen getötet und mehr als 600 verletzt worden. (dpa, rt deutsch)

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