Katar-Krise: Amerikanisches Kriegsschiff trifft in Doha zu Manöver mit Katarern ein

Katar-Krise: Amerikanisches Kriegsschiff trifft in Doha zu Manöver mit Katarern ein
Die Haltung der USA gegenüber Katar wirkt unentschlossen. Die Vereinigten Arabischen Emirate fordern von den Amerikanern, ihren Luftwaffenstützpunkt aufzugeben, aber am Mittwoch trafen Kriegsschiffe der US-Marine zu Manövern mit den Katarern ein. Trump hatte Katar zuvor als Terrorfinanzier bezeichnet.

Zwei Kriegsschiffe sind im Hafen von Doha eingelaufen, um mit der katarischen Marine gemeinsame Manöver zu unternehmen. Der US-Präsident hatte Katar zuvor als einen Terrorfinanzier bezeichnet. 

Trump hatte im Zuge der Katar-Krise gesagt: 

Katar ist historisch gesehen ein Geldgeber des Terrorismus auf höchstem Niveau. 

Mit Bezug auf die katarische Nachrichtenagentur berichtete Reuters, dass das Einlaufen der US-Schiffe von den katarischen Kollegen begrüßt wurde. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain teilen die Aussage Donald Trumps und begründen hiermit ihren diplomatischen und wirtschaftlichen Boykott gegen Katar. Katar sieht die Handlungen als kriminell an. Es handle sich um einen Angriff auf die Souveränität des Landes, der Luft- und Seewege abschneidet. 

Silhouette von Kindern in Katar, die auf einer Kanone sitzen, welche das Fastenbrechen des Ramadans durch Kanonenschüsse einläutet, Doha, 27. Mai 2017.

Trump sieht in dem Embargo gegen Katar den Erfolg seiner ersten Auslandsreise, die sich bereits auszahle:

Ich sagte, dass es keine Förderung radikaler Ideologien mehr geben kann. Regierungsführer zeigten auf Katar: Sieh her!

Vielleicht wird dies das Ende des Horrors durch den Terror.

Der Außenminister Rex Tillerson rief zur Besonnenheit in der schweren diplomatischen Krise auf. Er sieht hier die Gefahr, dass Einsätze der USA im Kampf gegen den Islamischen Staat behindert würden. Das Pentagon ging noch weiter und tat seine Unterstützung Katars kund, denn in Katar befindet sich die Luftwaffenstation Udeid, welche seit dem Jahr 2014 als Dreh- und Angelpunkt für Einsätze im Irak und in Afghanistan fungiert. Über 100 amerikanische Flugzeuge und 10.000 Truppen sind hier stationiert. 

Der neu gewählte somalische Präsident Mohamed Abdullahi Farmajo Mogadischu, Somalia, 8. Februar 2017.

Pentagon-Sprecher Jeff Davis: 

Wir sind den Katarern weiterhin dankbar für ihre weitreichende Unterstützung unserer Präsenz und ihren langwährenden Einsatz für die regionale Sicherheit. 

Auf die Frage an Jeff Davis während eines Briefings am 8. Juni, wie sich diese Aussage im Bezug zu Trumps Rhetorik verhalte, wollte sich Davis nicht äußern. Der Botschafter Yousef al-Otaiba der Vereinigten Arabischen Emirate in den USA forderte von den Amerikanern, ihren Stützpunkt in Katar aufzugeben und somit eine klare Haltung gegen das Land zu beziehen. 

Bisher gibt es keine Anzeichen für eine Lösung aus der Krise. Die Regierung Katars wartet auf einen Vorschlag von Seiten Saudi-Arabiens. Mutlaq Al Qahtani, katarischer Außenminister, sagte gegenüber dem Sender Al Jazeera, dass Katar den Taliban eine Zufluchtsstätte gegeben habe, da dies ein Wunsch der USA gewesen sei. Katar fungiere als ein Mittelsmann zwischen den USA, Afghanistan und den Taliban und dies bereits seit dem Jahr 2013.