Katar bot den Taliban auf Bitten der USA eine Heimat

Katar bot den Taliban auf Bitten der USA eine Heimat
Silhouette von Kindern in Katar, die auf einer Kanone sitzen, welche das Fastenbrechen des Ramadans durch Kanonenschüsse einläutet, Doha, 27. Mai 2017.
Katar bot den Taliban auf Bitten der USA einen Zufluchtsort, so der katarische Außenminister gegenüber dem Sender Al Jazeera. Katar befindet sich unter einer diplomatischen Blockade durch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Ägypten und den Jemen. Saudi-Arabien wirft Katar Terrorunterstützung vor.

Es ist die zweite Woche der schweren diplomatischen Krise, die das Land Katar isoliert. Dem Land wird vorgeworfen, dass es den Terror unterstütze. Auch seine Nähe zum Iran wird kritisiert. US-Regierung und Saudi-Arabien sind sich einig, dass auch der Iran den Terror unterstützt. Ihm wird vorgeworfen, im Jemen einen Stellvertreterkrieg zu führen und Expansionsversuche in Syrien und dem Irak zu betreiben. 

Bisher gibt es keine Anzeichen für eine Lösung aus der Krise. Die Regierung Katars wartet auf einen Vorschlag von Seiten Saudi-Arabiens. Mutlaq Al Qahtani, katarischer Außenminister, sagte gegenüber dem Sender Al Jazeera, dass Katar den Taliban eine Zufluchtsstätte gegeben habe, da dies ein Wunsch der USA gewesen sei. Katar fungiere als ein Mittelsmann zwischen den USA, Afghanistan und den Taliban und dies bereits seit dem Jahr 2013. 

Die US-Regierung kommentierte die Aussage Qahtanis bisher nicht. Gestern hatte James Mattis in einem Statement mitgeteilt, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen sei. In einem Interview mit Al Jazeera sprach der Geschäftsführer von "Qatar Airways", Akbar Al Baker, über seine Wut und Enttäuschung über die Behandlung der Airline:

Individuen sind auf einen sehr hohen Baum geklettert. Um jetzt wieder vom Baum herunterzukommen, werden sie sich verletzen. 

Der Fluglinie ist es nicht mehr erlaubt, die Lufträume Saudi-Arabiens, Bahrains, der Vereinigten Arabischen Emirate und Ägyptens zu nutzen. Neben der Luftblockade wurde auch eine Seeblockade initiiert. Katar wird 300 neue Flüge einsetzen, die den iranischen Luftraum nutzen. 

Der US-Präsident Trump sagte am Freitag, dass Katar und seine Nachbarländer mehr gegen den Terrorismus tun müssten.

Al Qahtani: 

Regional haben wir gute Gesetze in Gang gebracht, wir haben ein nationales Komitee gegen Terrorfinanzierung und zum Anti-Terror-Kampf. Wir haben darüber hinaus einen präventiven Aktionsplan.  

In Katar kam es gleich zu Beginn der Krise zu Hamsterkäufen. Die Regierung dementierte, dass der Kollaps des Landes bevorstünde. Ein katarischer Geschäftsmann gab bekannt 4.000 Kühe in das Land zu fliegen, um fehlende Milchbestände im Land zu decken. Ein Aufwand, der mehr als 60 Flüge benötigt. 

Katar nannte die Blockade einen Angriff auf die Souveränität des Landes. Es sieht sich in einer Führungsrolle im Kampf gegen den Terrorismus. Sie gäben jungen Leuten Hoffnung durch Arbeit und hätten Hunderttausende syrische Flüchtlinge ausgebildet. Staatliche Programme würden bewaffneten Gruppen entgegenwirken.

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