Putin: USA sind für Aufstieg von Al-Kaida und bin Laden verantwortlich

Putin: USA sind für Aufstieg von Al-Kaida und bin Laden verantwortlich
Der russische Präsident hat den USA vorgeworfen, während des sowjetischen Afghanistan-Krieges Al-Kaida unterstützt zu haben. Auch später habe die US-Regierung Terroristen in Tschetschenien gefördert. Dies erklärte Putin im Interview mit Oliver Stone.

Der russische Präsident erklärte in einem Gespräch mit dem US-Filmemacher Oliver Stone, dass die USA für den Aufstieg von Al-Kaida und deren verstorbenem Führer Osama bin Laden verantwortlich sind. Die USA hätten die späteren Anführer der Terrororganisation in ihrem Kampf gegen die Sowjetunion in Afghanistan unterstützt. Zudem gebe es auch Beweise dafür, dass die CIA in dem autonomen russischen Teilstaat Tschetschenien Terroristen unterstützt hat.  

Stone hat Putin für die erste Folge einer Interviewreihe mit dem russischen Präsidenten befragt. Im Gespräch äußerte Putin unter anderem seine Gedanken zum Ursprung radikaler islamistischer Terrorgruppen wie Al-Kaida.

Al-Kaida ist nicht das Resultat unserer Aktivitäten. Sie ist das Resultat der Aktivitäten unserer US-Freunde. Es hat alles während des sowjetischen Krieges in Afghanistan angefangen, als die US-Geheimdienste unterschiedliche islamisch-fundamentalistische Bewegungen in ihrem Kampf gegen sowjetische Truppen unterstützten", sagte Putin gegenüber Stone. Er fügte hinzu, dass die US-Regierung "sowohl Al-Kaida und [Osama] bin Laden genährt hat".

Washington hätte voraussehen müssen, dass die Unterstützung von islamistischen Terroristen nach hinten losgehen wird, so der russische Präsident.

Es passiert immer so. Unsere US-Partner hätten das wissen müssen. Es ist ihre Schuld", erklärte Putin.

Dennoch stand Moskau nach dem Terrorangriff am 11. September 2001 an der Seite der Vereinigten Staaten. Als Zeichen der Solidarität sagte Moskau ein Militärmanöver ab, offenbarte Putin im Gespräch mit Stone.

Russland wollte damit seine moralische und politische Unterstützung zeigen, so der russische Präsident.

CIA stilisierte tschetschenische Terroristen zur "Opposition"

Putin warf Washington vor, militante Islamistengruppen während der Tschetschenien-Kriege sowohl öffentlich bejubelt als auch insgeheim finanziell unterstützt zu haben. Es gebe Beweise dafür, dass die CIA offen zugab, Kontakt mit Terrorgruppen gepflegt zu haben, die sie zur "Opposition" gekürt hatte.

Wenn wir über politische Unterstützung reden, gibt es keinen Bedarf für [besondere] Beweise. Sie haben das öffentlich gemacht. Und wenn wir über bei Bedarf gewährte finanzielle Unterstützung reden: Wir haben solche Beweise und haben diese auch schon unseren US-Kollegen zur Verfügung gestellt", erklärte Putin.

Bush sagte Unterstützung gegen Terrorhelfer zu

Der russische Präsident enthüllte, dass er mit dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush über die Unterstützung tschetschenischer Terroristen durch die CIA gesprochen hatte. Bush habe geantwortet, dass er sich "darum kümmern" würde.

Später habe jedoch Moskau einen Brief der CIA über "Partner-Quellen" erhalten, der andeutete, dass der US-Geheimdienst seine Haltung nicht verändern wird. Der CIA habe sich das Recht vorbehalten, Beziehungen mit "allen Vertretern der Opposition" zu unterhalten.

Es war klar, dass es nicht nur um Oppositionsgruppen ging, sondern um Terrorgruppen und –organisationen", fügte Putin hinzu.

Hinsichtlich der aktuellen Lage der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland erklärte der russische Präsident, dass die US-Strategie bezüglich Russlands ungeheuer kurzsichtig ist, sollte sie wirklich darauf abzielen, der russischen Wirtschaft zu schaden und die Regierung zu stürzen, um an ihr Atomwaffenarsenal zu gelangen.

Ich glaube, es ist eine falsche Politik, gerade weil ein solches Verständnis der Beziehungen mit Russland nicht auf die Zukunft gerichtet ist. Leute, die so denken, sehen nicht weiter als 25 bis 50 Jahre in die Zukunft", sagte Putin.

"USA sind nach Ende der Sowjetunion überheblich geworden"

Versuche, Russland in einen Vasallenstaat umzuwandeln, seien dazu verurteilt, nach hinten loszugehen, fügte das russische Staatsoberhaupt hinzu.

Der Präsident Russlands argumentierte, dass die USA "ein falsches Gefühl haben, alles tun zu können, ohne Konsequenzen", vor allem nach dem Zusammenfall der Sowjetunion.

In solch einer Situation fängt ein Mensch oder auch ein Land an, Fehler zu machen. […] Der Staat fängt an, ineffektiv zu arbeiten. Ein Fehler folgt dem nächsten. Ich glaube, das ist die Falle, in die die Vereinigten Staaten gestürzt sind", bemerkte Putin.

Der US-Sender Showtime fing am Montag damit an, das vierteilige Putin-Interview des Oscar-gekrönten Filmemachers Oliver Stone auszustrahlen.

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