Gedenken der Terror-Opfer von Teheran unter Rufen "Tod den Saudis"

Gedenken der Terror-Opfer von Teheran unter Rufen "Tod den Saudis"
Begräbnis der Opfer des Attentats von Teheran, Iran, 9. Juni 2017.
Zwei Selbstmordattentate und Angriffe mit Schusswaffen erschütterten am Mittwoch die iranische Hauptstadt. Die Iraner machen Saudi-Arabien für die Tat verantwortlich. Die mutmaßlichen Täter waren Anhänger des Islamischen Staates.

"Tod Saudi-Arabien" riefen tausende Teilnehmer an den Begräbnisfeierlichkeiten für die Opfer des Attentats. Die Anschläge fallen in die Zeit einer neuen diplomatischen Krise, in der das Emirat Katar von seinen Nachbarn isoliert wird. Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Jemen brachen alle diplomatischen Beziehungen zu der Golfmonarchie ab.

Am Mittwoch hatten IS-Terroristen in Teheran das Parlament und das Mausoleum des Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini angegriffen. Bei dem Doppelanschlag starben laut jüngsten Medienangaben mindestens 17 Menschen. Nach Angaben des iranischen Sicherheitsrates waren die Attentäter Iraner. Eine verdächtige Frau und mehrere Hintermänner sollen zum Zwecke des Verhörs festgenommen worden sein.

Iran: USA entwickelt sich zum Verbündeten der IS-Terroristen

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Khamenei, sagte in einer Nachricht, die beim Begräbnis verlesen wurde: 

Sie [die Angriffe] werden nicht den Willen unserer Nation schädigen, den Terrorismus zu bekämpfen. [...] Sondern sie werden nur den Hass gegen die Regierungen der Vereinigten Staaten und deren Handlanger in der Region, die Saudis, beschädigen. 

Saudi-Arabien bestreitet, in die Anschläge involviert zu sein. Der wiedergewählte Präsident des Iran, Hassan Rouhani, der als Reformer gilt, hielt sich mit Anschuldigungen gegenüber fremden Mächten zurück. Für ihn waren die Anschläge ein Angriff auf den Frieden und die Demokratie. 

Der iranische Außenminister Dschawad Sarif fasst in einem Tweet die in seinem Land vorherrschenden Ansichten zu den Anschlägen zusammen: 

Es war der erste Angriff des Islamischen Staats auf iranischem Boden. Im Irak und Syrien kämpft der Iran gegen den IS. Fünf der Angreifer waren iranische Staatsbürger. Bisher hatte es der Iran stets geschafft, Terrorzellen des IS auszuheben und Kämpfer an den eigenen Grenzen aufzuhalten. 

Nutzer sozialer Medien zogen Vergleiche zwischen Trumps Reaktion auf die Anschläge in Teheran und der Reaktion des damaligen Präsidenten Khatami nach 9/11. Zwar verurteilte Trump die Anschläge, machte aber auch deutlich, dass Länder, die den Terrorismus finanzierten, auch zu dessen Opfer würden. 

Nach dem Attentat wollten die Amerikaner über weitere Sanktionen gegen den Iran beraten. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders mahnte die US-Regierung, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt dazu sei. In der diplomatischen Krise mit Katar bot sich Trump als Vermittler an und bezog Position zu Gunsten Saudi-Arabiens. 

(dpa/rt deutsch)