Merkel und das ZDF verschweigen Krieg gegen Zivilisten im Donbass – RT Deutsch war vor Ort

Merkel und das ZDF verschweigen Krieg gegen Zivilisten im Donbass – RT Deutsch war vor Ort
Wohngebäude in Donezk nach Artilleriebeschuss durch ukrainische Streitkräfte, 2. Januar 2017
Es sind vor allem Zivilisten, alte Menschen, Frauen und Kinder, die im Donbass am meisten unter dem Beschuss ihrer Wohnviertel durch die ukrainischen Streitkräfte leiden. Deutsche Medien üben sich unterdessen in Täter-Opfer-Umkehr.

von Zlatko Percinic

"An kaum einem internationalen Krisenherd ist Deutschland stärker diplomatisch engagiert als dem in der Ukraine", hieß in der Tagesschau am 20. Mai 2017. Und dass Deutschland sich "weiter um eine friedliche Lösung des Konflikts in der Ostukraine bemühen" werde. Anlass für diese Meldung war der Besuch des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Deutschland auf Schloss Meseberg, wo die beiden Staatslenker zu einem erneuten Treffen zusammengekommen waren.

In der gemeinsamen Pressekonferenz erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel:

Wir sehen leider nach einer gewissen Beruhigung über die Osterzeit doch wieder ein Ansteigen der Waffenstillstandverletzungen und deshalb wird unser Hauptschwerpunkt heute auch um die Frage gehen, wie können wir die Sicherheitssituation verbessern...

Darauf folgte dieser Satz der ZDF-Reportage:

Zerstörung und Tote durch pro-russische Separatisten, das sind die Nachrichten aus der Ukraine Woche für Woche, trotz der zwei Friedensabkommen von Minsk.

Bereits bei dieser Definition der beiden Abkommen von Minsk fängt das eigentliche Problem an. Sie als Friedensabkommen zu bezeichnen, ist eine vollkommene Verdrehung der Tatsachen. Die beiden Abkommen von Minsk haben nicht etwa einen Frieden zum Zweck gehabt, sondern in allererster Linie einen Waffenstillstand zu erreichen. Erst dann, wenn sie umgesetzt sind, sollten sie die Weichen für einen allfälligen Friedensprozess stellen. Die Abkommen regeln technische Belange, etwa wie weit welche Waffen von der Kontaktlinie abzuziehen sind, wann die ukrainische Regierung Regionalwahlen in der Ostukraine zuzulassen hat, und eine Verfassungsänderung in der Ukraine. Solche Dinge hat man in Minsk ausgehandelt. Aber keinen Frieden.

Auch die Äußerung der Kanzlerin, es habe "eine gewisse Beruhigung über die Osterzeit" gegeben, oder dass die Bundesregierung "doch wieder ein Ansteigen der Waffenstillstandverletzungen" registriert, ist eine extreme Art der Tatsachenverdrehung. Die Frage ist, ob Angela Merkel tatsächlich davon überzeugt ist, was sie sagt, oder ob sie alle - und damit schließlich auch sich selbst - zum Narren hält.

Das Denkmal

Insbesondere die Aussage des ZDF, dass "Zerstörung und Tote durch pro-russische Separatisten" die wöchentlichen Nachrichten aus der Ukraine wären, stößt nicht nur mir persönlich sehr sauer auf, sondern vor allem den vielen Menschen, deren Bekanntschaft ich während des Poroschenko-Besuches in Deutschland auf den Straßen von Donezk und den naheliegenden Dörfern gemacht habe. Ich habe ihnen allen die gleiche Frage gestellt, nachdem sie zuvor diese "Reportage" des ZDF gesehen haben: Was würden sie dem deutschen Volk oder der Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt sagen, wenn sie könnten?

Dies sind ihre Geschichten. Geschichten von Waffenstillstandverletzungen, von denen Frau Merkel entweder nichts weiß oder nichts hören will...

Vikas Großeltern in Spartak (Nähe Flughafen Donezk)

Vika, Rufname von Valentina, lebt bei ihren Großeltern in der Ortschaft Spartak, einem der Brennpunkte an der Kontaktlinie zwischen den ukrainischen Streitkräften - einschließlich der nationalistischen und neonazistischen Verbände - und der Armee der selbstausgerufenen Donezker Volksrepublik. Ich durfte sie bereits bei meinem Besuch im März besuchen und kennenlernen, und war tief berührt von diesem zehnjährigen Mädchen, das trotz nächtlicher Bombardierung ihren Lebensmut nicht verloren hat. Diesmal war ich sozusagen in humanitärer Mission unterwegs nach Spartak, um ihr und ihren Großeltern Kleidung, Spielsachen, Süßigkeiten und eine Geldspende zu überreichen, die mir eine RT-Leserin großzügiger Weise mit auf den Weg für diese Familie gegeben hatte.

Während sich Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Poroschenko auf Schloss Meseberg in idyllischer Umgebung und trauter Zweisamkeit über die "Verbesserung der Sicherheitssituation" unterhielten, erlitt Vikas Großmutter Verletzungen, als ukrainische Streitkräfte den einzigen kleinen Supermarkt in Spartak beschossen. Ihre Lage war laut ihrem Ehemann zum Zeitpunkt meines Besuches stabil, aber sie müsse noch bis zum Ende Woche im Krankenhaus bleiben. Leider konnten wir Vika selbst nicht treffen, obwohl sie um die Mittagszeit aus der Schule hätte zurückkommen sollen.

"Wahrscheinlich erschien es dem Fahrer des Schulbusses sicherer, noch etwas abzuwarten", sagte mir ihr Großvater. Er sprach die Kampfhandlungen in Spartak an, die in den letzten Wochen nicht mehr "nur" in der Nacht stattfänden, sondern eben auch mitten am Tag. Die Angst, dass seiner Enkelin auf dem Schulweg etwas passieren könnte und er so den Schock von gleich zwei verletzten Familienmitglieder - oder noch Schlimmerem - in nur einer Woche hätte verarbeiten müssen, stand ihm buchstäblich ins Gesicht geschrieben.

Auch ihn habe ich gefragt, was er der deutschen Regierung unter Angela Merkel und/oder dem deutschen Volk sagen würde. Seine Antwort darauf:

Die Deutschen sollen doch herkommen und sich mit eigenen Augen ansehen, was hier passiert. Wir sind ganz normale Menschen, keine Terroristen, und werden trotzdem jeden Tag und jede Nacht angegriffen. Wie konnte das deutsche Volk die eigene Geschichte so schnell vergessen?

Wladimir Soldatow, Petrowski-Distrikt in Donezk

Petro Poroschenko mit Angela Merkel am 20. Mai nach ihrer Zusammenkunft in Meseberg am 20. Mai.

Nur wenige Tage nach dem Treffen von Merkel und Poroschenko in Brandenburg, bei dem sie über den Anstieg von Waffenstillstandverletzungen - einem recht zynischen Synonym für einen Krieg -  diskutierten, griffen die ukrainischen Streitkräfte ein Busterminal im Petrowski-Distrikt von Donezk mit Grad-Raketen und Mörsergranaten an. Dabei handelt es sich um Waffensysteme, die laut den Minsker Abkommen gar nicht mehr an der Kontaktlinie sein dürften. Da sich der Angriff nicht zu einer Zeit ereignete, da viele berufstätige Menschen auf die Busse warten, sondern irgendwann während eines Vormittages, ist ein großes Blutbad ausgeblieben. Doch für Wladimir Soldatow, einen 65-jährigen Mann, dessen Haus bereits im Jahr 2016 durch eine Granate verwüstet wurde, sollte es nicht so glimpflich verlaufen.

Durch den täglichen Beschuss des Petrowski-Distrikts von Donezk sah sich der ältere Mann gezwungen, seine Familie in einen sichereren Stadtteil zu bringen und sich dort eine Wohnung zu mieten. Doch er geht seitdem mindestens einmal in der Woche zu seinem Haus, um zu sehen, ob noch alles in Ordnung ist. Ob das Haus noch steht, ob nichts gestohlen wurde, und wie es den Nachbarn geht, die nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügten, um sich in Sicherheit zu bringen.

Auch an jenem Morgen des 24. Mai 2017 befand sich Wladimir Soldatow mit dem Bus auf dem Weg zu seinem Haus, nachdem er von seinen ehemaligen Nachbarn gehört hatte, wie schwer das Stadtgebiet in der Nacht bombardiert wurde. Er wollte einfach da sein, nach dem kleinen Garten schauen und sich vor allem solidarisch mit seinen Freunden zeigen. Eines Tages möchte er ja wieder zurückkehren und sich nicht vor seinen Nachbarn dafür schämen müssen, dass er sich und seine Familie in Sicherheit gebracht hat, sollte mir Herr Soldatow später im Krankenhaus erzählen.

Nach etwa fünfzehn Minuten im Haus begann ein erneuter Angriff der ukrainischen Streitkräfte. Herr Soldatow berichtet, wie schweres Maschinengewehrfeuer auf den Busterminal gerichtet wurde, wie die Kugeln über sein Haus in diese Richtung flogen. Dieses einzigartige Geräusch, das eine Kugel macht, wenn sie die Luft durchschneidet, brennt sich einem fest ins Gedächtnis ein. Er blieb solange in seinem Haus und wartete, bis der Beschuss endlich aufhört, um wieder zu seiner Familie zurückzukehren.

Kiew schickt modernisierte T-80-Panzer in den Donbass. Auf dem Bild: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko besucht den von Kiew kontrollierten Teil des Gebiets Lugansk. 12. April 2017

Doch der Angriff sollte sich bis zur Mittagszeit hinziehen. Als dann schließlich eine gespenstische Ruhe eintrat, packte der 65-jährige Mann seine Sachen und wollte nur noch zurück. Doch aufgrund des Beschusses verkehrten keine Busse, keine Taxis. Er setzte sich für eine kurze Zeit auf die Wartebank, doch nach wenigen Minuten wurde ihm die Situation zu suspekt, zumal er keinerlei weitere Menschen antraf. Also entschied sich Herr Soldatow, zu Fuß bis zur nächsten Busstation zu laufen, in der Hoffnung, dass die Busse oder Taxis wenigstens bis dort verkehren würden.

Doch er sollte nicht weit kommen: Nach nur 30 Metern explodierte etwas vor ihm, riss ihm die Beine unter sich weg und Wladimir Soldatow stürzte. Nur wenige Sekunden später explodierten zwei oder drei weitere Granaten in unmittelbarer Nähe - er konnte sich nicht mehr genau erinnern; Zeugen sprechen von drei weiteren Granaten. Doch dadurch, dass er bereits auf dem Boden lag, erwischten ihn die tödlichen Splitter nicht. Allerdings bemerkte er starke Blutungen aus dem rechten Bein und Arm. Ein größeres Stück von einem Granatsplitter hatte seinen rechten Oberschenkel durchbohrt, aber glücklicherweise nicht die Beinschlagader zerfetzt. Auch sein behandelnder Arzt sprach von "großem Glück", dass Wladimir Soldatow diesen Angriff überlebt habe.

Auch ihn fragte ich, was er den Menschen sagen würde, wenn er sie direkt ansprechen könnte:

Menschen, die in Europa und Amerika leben, sollten einfach die Wahrheit darüber erfahren, was hier tatsächlich geschieht. Denn, soweit ich sehe, wird ihnen dort nicht die Wahrheit erzählt.

Ich frage ihn auch noch - auch wenn es im Nachhinein vielleicht keine gute Frage war, aber in dem Moment erschien sie mir angebracht -, ob er so etwas wie Wut oder Hass auf Grund dessen verspüre was ihm zugestoßen ist. Die Antwort darauf war eindeutig: "Wie könnte ich sie [die ukrainischen Streitkräfte und deren Befehlsgeber] nicht dafür hassen, was sie uns hier antun?"

Terror im Kiewer Bezirk

Keinen Stadtteil von Donezk hat es aber so schlimm erwischt wie den Kiewsky-Distrikt, was schon eine gewisse bittere Ironie der Geschichte ist. Ukrainische Streitkräfte terrorisieren ausgerechnet jenen Stadtteil am allermeisten, der den Namen der ukrainischen Hauptstadt trägt. Es ist aber die Nähe zum Flughafen, wo die Legenden des Krieges geschrieben wurden und der zum Symbol des Widerstandes gegen die ukrainische Regierung und Armee wurde, die die Menschen hier per Dekret zu Terroristen gemacht hatte.

Es ist ein rein ziviles Gebiet, ohne militärische Installationen oder Positionen. Es ist nicht einmal an einem strategisch wichtigen Punkt an der Front gelegen, wie zum Beispiel Jasinowata, sondern einfach nur geografisch in der Nähe des Frontverlaufs. Und dafür werden die Menschen täglich bestraft, durch sinnloses Bombardement in jeder Nacht und zuletzt zum Teil auch tagsüber. Es ist eine Zermürbungstaktik, die die ukrainische Regierung anwendet. Die Menschen sollen mürbegemacht werden, um entweder das Land zu verlassen oder sich gegen die Regierenden der selbsternannten Volksrepubliken von Donezk und Lugansk zu erheben.

Nastja wurde am 25. Mai erst acht Jahre alt, und musste schon miterleben, wie ihr Zuhause nur drei Wochen zuvor in Schutt und Asche gelegt wurde. Auf Schloss Meseberg nannten es die "mächtigste Frau Europas", Angela Merkel, und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko eine "Waffenstillstandverletzung".

Der Mann, den ich ansprach, ein kräftiger und vitaler Vater eines zehnjährigen Sohnes, konnte gar nichts dazu sagen, als ich ihm den ZDF-Bericht und die Aussagen von Merkel und Poroschenko zeigte. Obwohl er anfänglich gar nicht erst so richtig mit uns sprechen wollte, öffnete er nun mit stockender Stimme die Türe zum Keller, wo er sich mit seinem Sohn jedes Mal zurückzieht, wenn die Bomben draußen einschlagen. Man sieht es ihm an, was für Ängste sie hier unten jeweils ausstehen müssen. Es ist wirklich nicht einfach, so einem Mann in die Augen zu schauen und die Tränen der Angst und Wut zu sehen.

Er erzählt von den Stunden, die sein Sohn und er hier verbringen. Wo keine Nacht vergeht, in der sie nicht für mindestens zwei oder drei Stunden in diese pechschwarzen Räume gehen müssen, deren Dunkelheit genauso angsteinflößend für ein kleines Kind sein muss wie die Explosionen auf der Oberfläche. Da es aber keine Bunker sind, sondern einfachste Kellerräume, erzittert die Erde jedes Mal, wenn eine Granate oder Rakete in der Umgebung einschlägt, wenn die Druckwelle Garagentüren eindrückt und Fensterscheiben zum Bersten bringt.

Kleine Wunder: Fenster mit Heiligenbildern bleiben unversehrt

Man sieht sehr viele Heiligenbilder in den Fenstern, die meistens vor den Schlafzimmerfenstern angebracht werden, um sich Gottes Schutz für die Nacht zu sichern. Zumindest ist es das, was sich die Menschen von dieser Maßnahme erhoffen und wofür sie beten. Und tatsächlich scheint es so, als ob jene Fenster mit den Heiligenbildern keine Schäden davontragen, dort keine Kugeln oder Granatsplitter die Fenster zerschmettern und in das Innere der Wohnungen dringen.

Etwas sicherer haben es die drei älteren Bewohnerinnen eines Atomschutzbunkers aus der Zeit der Sowjetunion im Kiewsky-Bezirk. Sie sind alle alleinstehend, haben entweder keine Kinder oder Kinder, die sich selbst in Sicherheit gebracht haben. Sie teilen alle drei das gleiche Schicksal: Sie können nirgendwohin gehen, nur zurück in ihre Häuser und dort auf den Tod warten. Sie leben in relativer Sicherheit unter der Erde, umgeben von meterdickem Zement und sowjetischen Durchhalteparolen.

Selbst wenn "oben" der nukleare Winter ausbrechen würde, wären sie in diesem Bunker sicher. Die Filteranlagen sind noch gut in Schuss und laut dem Betreuer, den wir bei kleineren Reparaturaufgaben im Bunker treffen, könnten sie die Menschen selbst vor einem ABC-Angriff schützen. Aber nicht vor der eisigen Kälte...  Es herrschen gerade mal 15 Grad Celsius, und im Winter wird es nicht viel angenehmer. Die drei Frauen kommen deshalb immer wieder an die Oberfläche, um sich in der Sonne etwas aufzuwärmen.

Seit drei Jahren leben sie nun schon hier, und wissen nicht, wann und ob sie jemals wieder in ihre Häuser zurückkehren werden. Es ist eine harte Zeit voller Entbehrungen für sie, in der sie zwar nicht hungern müssen, dafür aber ein sehr isoliertes Leben führen. Die Menschen in der Umgebung beäugen sie kritisch. Viele werfen ihnen vor, sie würden sich Lebensmittel und Hilfslieferungen erschleichen, obwohl sie noch Häuser haben. Wie kann man es aber alleinstehenden Frauen verübeln, dass sie nicht in ihre Häuser in den Frontsiedlungen zurückgehen wollen, völlig ohne Schutz und Hilfe? Es zeigt, wie verzweifelt die Menschen sind, enttäuscht von einem Europa und Amerika, das sie als Terroristen abstempeln lässt.

Maidan-Einpeitscher will Straße in Kiew nach Hitler benennen

Stattdessen sehen sie im Fernsehen den ukrainischen Präsidenten Poroschenko, wie dieser auf einem deutschen Schloss wie ein König verköstigt wird, und an seiner Seite die Gastgeberin, Angela Merkel, Kanzlerin eines der bedeutendsten Länder Europas und sogar von manchen Medien schon in einem leichten Anflug von Hybris als "Anführerin der freien Welt" betitelt.

Sie sehen natürlich auch, wie Deutschland der Ukraine zur Seite steht und sich somit gegen sie selbst stellt. Sie sehen, wie Alexander Turtschinow, der Vorsitzende des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrates und immerhin auch stellvertretender Ministerpräsident, ganz frohgemut bei einem Besuch an der Front erklärt, dass "der Krieg erst dann beendet ist, wenn Moskau eingenommen ist". Oder wie Miroslav Gai, ein ukrainischer Schauspieler und Maidan-Aktivist, ohne mit der Wimper zu zucken auf Facebook erklärt, dass die Neurussische Straße in Kiew unbenannt werden soll, und zwar "in jeden anderen Namen, auch in Hitler".

Und dass derselbe Miroslav Gai, der eine Straße in Kiew nach Adolf Hitler benannt haben möchte, eine Organisation unterhält, die Waffen, Munition, Kleidung und sonstige Güter an die diversen neonazistischen Bataillone an der Front liefert - und das alles mit Unterstützung der International Renaissance Foundation des Philanthropen George Soros? Was mögen da solche Menschen, die dem täglichen Beschuss der ukrainischen Streitkräfte ausgesetzt sind, wohl von Europa, Amerika und insbesondere von Deutschland denken?

Dann gibt es diese Zahl 10.000, die deutsche Medien gerne als Opferangabe für den gesamten so genannten Ukrainekonflikt benutzen. So wie der ZDF-Bericht diese benutzt, erweckt er den Eindruck, es wären die "pro-russischen Separatisten" gewesen, die 10.000 Menschen umgebracht hätten. Nichts könnte aber weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Allein auf dem Territorium der selbstausgerufenen Donezker Volksrepublik wurden seit dem Beginn der Kampfhandlungen bis zum 2. Juni 2017 insgesamt 4.442 Todesopfer registriert, davon 3843 Männer, 599 Frauen und 75 Kinder. Obwohl die Zahlen aus Lugansk nicht vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass sie in etwa gleich aussehen. Was also Präsident Poroschenko und westliche Medien tun, ist, die Gesamtzahl der Todesopfer auf beiden Seiten der Frontlinie zusammenzunehmen und diese einfach als als jene "ukrainischer Opfer" zu titulieren, die von "pro-russischen Separatisten" oder "Terroristen" umgebracht worden wären. Das ist schlichtweg falsch.

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